HOHENECK

HoheneckHoheneck – der Name dieses ehemaligen Zuchthauses ist Synonym für die Verfolgung vieler, aus politischen Gründen inhaftierter Frauen in der ehemaligen DDR. Wie viele Politische durch die Hölle Hoheneck gehen mussten ist schwer zu sagen… Es waren Tausende. Noch bevor ich selbst in dieses Gefängnis eingeliefert wurde, war mir der Name Hoheneck ein Begriff. Er stand für Angst, unmenschliche Haftbedingungen, Ausbeutung, Folter. Der Ruf, das berüchtigste Zuchthaus im gesamten deutschsprachigen Raum zu sein, kam nicht von ungefähr…

„Hier war eine besondere Welt, die keiner einzigen Anderen glich. Hier gab es besondere Gesetze, besondere Tracht, besondere Sitten und Bräuche.“

„Es war ein Totenhaus lebend Begrabener, darinnen ein Leben war wie sonst nirgendwo, und auch die meisten Menschen waren hier anders.“

— Dostojewski

Geschichte Hohenecks

1244

Erste urkundliche Erwähnung der Staleburg

1564

Die Burg geht in den Besitz des Kurfürsten August I. über. Erstmalig wird auf dem Gelände ein Turm als Amtsgefängnis genutzt.

1861

Errichtung des Sächsischen Weiberzuchthauses, später wird Hoheneck vorübergehend als Haftanstalt für Männer und Reservelazarett genutzt.

1933

Gefängnis für Männer in „politischer Schutzhaft“

1940

Nutzung als Jugendgefängnis

1949

Errichtung einer Abteilung für weibliche Gefangene

1950

Einlieferung von mehr als 1.000 Frauen, die durch sowjetische Militärtribunale verurteilt wurden. Hoheneck wird zum politischen Frauengefängnis – an der Tagesordnung sind überfüllte Zellen, Hunger und militärischer Drill.

1953

Mit einem Hungerstreik wollen die Frauen bessere Bedingungen und eine Überprüfung ihrer Verurteilungen erreichen.

1954-1956

Die Frauen werden nach und nach entlassen. Bei Androhung von Strafe werden sie jedoch zum Schweigen über die Haftzeit verpflichtet.

1970

Bis zu 1.600 Häftlinge leben in dem für 200 Gefangene konzipierten Gefängnis. Viele müssen in überfüllten Zellen als „Matratzenschläfer“ auf dem Fußboden schlafen. Der Anteil der politischen Gefangenen liegt bei ca. 40 Prozent.

1977

Sämtliche politischen weiblichen Gefangenen, die von der Bundesrepublik aus der Haft freigekauft werden, werden über Hoheneck geschleust. Der Handel mit ostdeutschen Häftlingen bringt der DDR ca. 3,5 Milliarden DM ein.

1989

In Hoheneck gibt es noch etwa 400 Gefangene, davon ca. 30% Politische. Der letzte Gefangenenfreikauf aus Hoheneck erfolgt im September 1989. Nach dem Fall der Mauer im November wird eine Amnestie für politische Gefangene in der DDR verkündet und durchgeführt. 169 Inhaftierte verlassen als letzte politische Gefangene das Gefängnis Hoheneck. – Im Dezember kommt es zu Hungerstreiks und Arbeitsverweigerungen im Strafvollzug. Ein Teil der kriminellen Strafgefangenen verlässt Hoheneck durch eine allgemeine Amnestie.

1994

Eine Männerabteilung wird auf Hoheneck eingerichtet.

1998

Hoheneck dient vorübergehend als Jugendstrafvollzug.

2001

Das berüchtigte Gefängnis wird Ende April für immer geschlossen. Die restlichen Straftäter werden in die JVA Chemnitz verlegt.

2004

Verkauf der Anlage zu einem symbolischen Preis an die Artemis GmbH bzw. Bernhard Freiberger, der in der folgenden Zeit mit seinem kommerziellen Übernachtungsevent („Jail-House-Feeling“ und „Knastfrühstück in originalen Zellen“) Schlagzeilen macht. Massive Proteste der Opfer und Opferverbände verhindern derartige Geschmacklosigkeiten.

2005

Die Artemis GmbH zieht sich aus dem Objekt zurück und bietet Hoheneck für 16.000.000 € im Internet zum Verkauf an.

Tor

Literaturliste / Bücher über Hoheneck

  • Stell dich mit den Schergen gut. Erinnerungen an die DDR (Ellen Thiemann, 1985 / erweiterte Neuauflage 2007)
  • … und Schreie in den Wind… Gedichte aus Hoheneck (Alexandra Dust-Wiese, 1987)
  • Die Frauen von Hoheneck: Protokoll einer Anhörung (Gerhard Finn, 1994)
  • Hohenecker Protokolle (Ulrich Schacht, 1995)
  • Hoheneck. Frauen in politischer Haft (Ines Veith, 2001)
  • Klipp, Klapp, Holz auf Stein… Frauen in politischer Haft 1949-1989 (Ines Veith, 2001)
  • Knast-Tagebuch. Erinnerungen einer politischen Gefangenen an Stasi-Haft und das Frauenzuchthaus Hoheneck (Birgit Schlicke, 2002)
  • Menschenwege -Politisch inhaftiert auf Burg Hoheneck. Eine wahre Geschichte (Petra Koch, 2002)
  • Die bröckelnde Festung (Gabriele Stötzer, 2002)
  • Mord, Totschlag und die Folgen: Erschütternde, authentische Kurzgeschichten aus der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Hoheneck (Schwarzer und Rebecca Reim, 2002)
  • Eingesperrt und kein Entkommen (Anne Klar)
  • Vergittertes Schloss. Hoheneck im Wandel der Zeit (Stadtinformation Stollberg)
  • Als Gefangene in Bautzen, Waldheim, Hoheneck 1946-1954 (Brunhilde Bruscha, 2005)
  • Sie nahmen mir nicht nur die Freiheit (Eva-Maria Neumann, 2007)
  • DDR – Ein schwerer Weg (Manuela Polaszczyk, 2007)
  • Solange ich atme: Meine dramatische Flucht aus der DDR und wie sie mein Leben prägte (Carmen Rohrbach, 2008)
  • Sand im Getriebe (Uta Franke, 2008)
  • Gefangen im Stasiknast (Birgit Schlicke, 2009 – überarbeitete & erweiterte Neuauflage meines Buches von 2002)
  • Spuren der DDR-Vergangenheit (Manuela Polaszczyk, 2011)
  • Der dunkle Ort: 25 Schicksale aus dem DDR-Frauengefängnis Hoheneck (Maggie Riepl und Dirk von Nayhauß, 2012)
  • Wo sind die Toten von Hoheneck? (Ellen Thiemann, 2013)

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Artikel über Hoheneck

Häftlingsalltag in Hoheneck (Interview RIAS, 1975)

Zu Strafhaft verurteilte DDR-Bewohnerinnen weisen die zuständigen Vollzugsorgane oftmals in das Frauengefängnis Hoheneck ein, gelegen im erzgebirgischen Landkreis Stollberg. Aus ihrer Haftzeit in dieser Anstalt berichten zwei Frauen. Beide waren (wie auch ihre Ehemänner) wegen „Versuchter Republikflucht“ verurteilt worden. Die eine von ihnen, eine Krankenschwester, gab im September 1975 dem Berliner Rundfunksender RIAS ein Interview. mehr

Ich bin 30. Ich bin ein Mörder (07/1990, Holde-Barbara Ulrich, FÜR DICH)

Zum ersten Mal öffnete sich für uns ein Tor, hinter das wir noch nie sehen durften. Wir treten ein in eine andere Welt. Weiberzuchthaus Hoheneck – jetzt Strafvollzugseinrichtung Stollberg. Unsere Erstarrung löste sich von Stunde zu Stunde. Mörderinnen, mit denen wir sprachen, wurden zu Menschen, die ihre schreckliche Schuld lang und schwer büßen… mehr

„Da biste bloß ’ne Nummer, sonst nichts.“ (1990, Sabine Röhl, FÜR DICH)

Etwa 40.000 BürgerInnen waren in der DDR aus politischen Gründen inhaftiert, die Frauen zumeist in Hoheneck bei Stollberg. Dort saß – als Nr. 12057 – noch im vorigen Jahr Ramona Deutscher aus Doberschau, Kreis Bautzen. FÜR DICH begab sich an Stationen ihres Umwegs, nahm Einsicht in die Stasi-Akte und sprach mit der 23-jährigen Kleidungsfacharbeiterin an ihrem heutigen Wohnort in Baden-Württemberg. Mit leiser Stimme begann Sie zu erzählen… mehr

In Zellen blühen Blumen (September 1991, Ellen Thiemann, Express)

September 1991. Wir stehen vor dem großen, grauen Eisentor des Frauenzuchthauses Hoheneck in Stollberg (Erzgebirge): eine Gruppe ehemaliger politischer Häftlinge, vom früheren SED-Regime zu insgesamt 37 Jahren Haft verurteilt. „Ein furchtbares Gefühl“; „Ich könnte heulen“; „Mir läuft eine Gänsehaut über den Rücken“ – spontane Aussagen bei der Rückkehr an den Ort des Schreckens und der Erniedrigung. mehr

Noch immer mit Kriminellen in einem Topf (15.02.1992, Anita Kugler, TAZ)

Weil sie ausreisen wollten, wurden ein Vater und seine Tochter von der Stasi terrorisiert und ins Zuchthaus gesteckt / Jetzt wurden sie rehabilitiert, doch die Täter bleiben unbehelligt / „Unrechtsbereinigungsgesetz“ nur ein Almosen  mehr

Vergangenheitsbewältigung im Strafvollzug (23.04.1992, Sachsenring Blick)

Vergangenheitsbewältigung im Strafvollzug – Verein will Geschichte der Justizvollzugseinrichtung Hoheneck aufarbeiten. mehr

Behandelt wie Schwerstverbrecher (29.04.1992, Kurt Oesterle, Schwäbisches Tagblatt)

Bekannt, geradezu prominent sind viele der in den neudeutschen Medien allgegenwärtigen ehemaligen Stasi-Zuträger aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Im Schatten stehen dagegen häufig die Opfer, jene, die als Bespitzelte noch ihrer intimsten Sphäre beraubt wurden, oder jene, die als Stasi-Opfer ins Labyrinth der DDR-Unrechtsjustiz gerieten. mehr

Justizvollzugsanstalt Hoheneck wird modernisiert (16.06.1992, Freie Presse)

Als „nicht schlecht“ bezeichnete der sächsische Justizminister Steffen Heitmann (CDU) seinen Eindruck nach dem gestrigen Besuch der über 100 Jahre alten Justizvollzugsanstalt Hoheneck in Stollberg. mehr

Zehn Jahre für ein paar Zeilen Spott (04.10. 2001, Lars Rischke)

Es fing alles ganz harmlos an. Irgendein Spaßvogel hatte das Deutschlandlied umgedichtet. Es war 1947 in Gera. Wie in der gesamten sowjetischen Besatzungszone war es nach Kriegsende hier zu Übergriffen durch russische Soldaten gekommen. mehr

Impressionen aus dem Hohenecker Gefängnis (03.09.2002, Gisela Kögler, Freie Presse)

„Ordnung, Sauberkeit und Disziplin sind hier strengste Regeln!“ Der Text auf dem Transparent klingt militärisch und lässt erahnen, wie es in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Hoheneck zugegangen war. mehr

Zeit hinter Mauern (18.10.2002, Rebecca Hillauer, FREITAG)

In dem Erfahrungsbericht „Die bröckelnde Festung“ verarbeitet Gabriele Stötzer ihre Zeit in dem berüchtigten DDR-Frauengefängnis Hoheneck. mehr

Neue Pläne für Hoheneck (16.06.2003, suzi, DIE WELT)

Über das Schloss Hoheneck im sächsischen Stollberg unterhielten sich die Anwohner in der DDR-Zeit nur im Flüsterton. „Mörderburg“ hatte der Volksmund die Wehranlage auf dem Hügel getauft, nachdem dort 1862 das „Königlich-Sächsische Weiberzuchthaus“ errichtet wurde. mehr

Autos im ehemaligen Frauenknast Stollberg: Museum geplant (28.09.2003, ddp, www.nordkurier.de)

Das ehemalige DDR-Frauengefängnis Schloss Hoheneck in Stollberg im Erzgebirge soll zum Automobilmuseum werden. Außerdem seien ein Hotel und Veranstaltungsräume geplant, teilte der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement mit. mehr

Rückkehr an den Ort der Leiden (14.06.2004, Daniela Klose, Sächsische Zeitung)

„Was wir erlebt haben, werden wir nie wieder los. Das kann man auch nach fünfzig Jahren nicht von sich wegschieben“. Ursula Atlas geht sinnierend durch Schloss Hoheneck, das ehemalige Frauengefängnis. Mit ihr Leidensgenossinnen: politische Gefangene der Nachkriegszeit. Und die Kinder, die sie dort geboren hatten, dann viele Jahre nicht sehen durften. mehr

Stiftung gegen Erlebniswochenende im ehemaligen Frauengefängnis Hoheneck (10.08.2004, http://www.stsg.de)

Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten protestiert auf das Schärfste gegen das Vorhaben für ein „Einzigartiges Übernachtungsevent“ im ehemaligen Frauengefängnis Schloss Hoheneck. Der jetzige Eigentümer bietet auf der Internetseite für 100 EUR für „eine Nacht hinter den Mauern und in originalen Zellen des ehemaligen Frauengefängnisses Schloss Hoheneck, Gefängnisverpflegung und spektakuläres Nachtprogramm inklusive“ an. mehr

Für 100 Euro in den Knast (15.08.2004)

Die ehemalige Justizvollzugsanstalt Hoheneck in Stollberg / Erzgebirge wird an den ersten zwei Septemberwochenenden ihre schweren Eisentore für neugierige Besucher öffnen. Nicht nur zu Besichtigungen – nein – sondern auch zum Übernachten in der original aus der Erbauungszeit 1861/62 stammenden Königlich-Sächsischen Weiberzuchtanstalt. mehr

Protestschreiben gegen das „Erlebniswochenende“ mit „Jailhouse-Feeling“ (10.-13.08.2004, UOKG)

Die StSG protestiert auf das Schärfste gegen das Vorhaben für ein „Einzigartiges Übernachtungsevent“ im ehemaligen Frauengefängnis Schloss Hoheneck (Stollberg bei Chemnitz). mehr

Mehr als makaber: Frauengefängnis Hoheneck öffnet wieder seine Tore (18.08.2004, Gabi Thieme, Freie Presse)

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Aber es gibt auch Dinge, die man nicht einfach als Geschmackssache abtun kann, auch nicht als schwarzen Humor, sondern die sind ganz einfach geschmacklos, makaber und taktlos zugleich. Dazu gehört das Vorhaben der Artemis GmbH, neuer Eigentümer des seit 2001 geschlossenen früheren Frauengefängnisses Stollberg, im September auf Hoheneck zwei Erlebniswochenenden zu gestalten. mehr

Die Angst vorm Erlebnisknast (20.08.2004, Thomas Schade, Sächsische Zeitung)

Selbst in der Mittagssonne thront der dunkle Backsteinbau mit dem hellen Bergfried düster über der Stadt Stollberg. Oben versperrt das mächtige blaue Stahltor der Weg. Eine kleine Pforte führt in den Vorhof zum alten Frauengefängnis Hoheneck. Überall vergitterte Fenster. mehr

Erlebnis-Wochenende im DDR-Frauengefängnis nach Kritik abgesagt (August 2004, epd/4311)

Nach massiver Kritik hat die Artemis GmbH die geplanten Erlebnis-Wochenenden im ehemaligen DDR-Frauengefängnis Schloss Hoheneck bei Chemnitz abgesagt. Es werde im September nur noch Führungen durch die ehemalige Haftanstalt geben, sagte der Projektleiter Michael Heinz am Freitag. mehr

DDR-Folterknast soll Spaßburg werden (09.09.2004, Roman Heflik, SPIEGEL Online)

Jahrzehntelang galt die Strafvollzugsanstalt Hoheneck als das schlimmste Frauenzuchthaus der DDR. Wo Frauen unter unmenschlichen Haftbedingungen gelitten haben, soll ein touristisches Erlebniszentrum entstehen. So wollen es der neue Hausherr und die Gemeinde. Doch die früheren Insassen wehren sich. mehr

Männertag im Frauenknast (11.09.2004, Björn Hengst)

Ihm fällt zuerst das Wort „gigantisch“ ein, und Bernhard Freiberger legt dabei viel Pathos in seine Stimme. Für Gabriele Stötzer war es ein „Trauma“. Die beiden meinen dasselbe: Hoheneck, das ehemalige Frauengefängnis der Staatssicherheit der DDR, in dem politische Gefangene ebenso einsaßen wie schwer Kriminelle. mehr

„Nacht im Frauenknast“ trotz zahlreicher Proteste (07.09.2004, http://www.freiepresse.de)

Trotz zahlreicher Proteste von Opferorganisationen besteht am kommenden Wochenende im Anschluss an eine Führung die Möglichkeit, im ehemaligen DDR-Frauengefängnis Hoheneck zu übernachten. Wie die Veranstalter am Montag mitteilten, könne man sich zum Preis von fünf Euro die Zelle aussuchen. mehr

Ex-Knast für 16. 000 000 Euro zu verkaufen (20.01.2005, Petra Pape, Chemnitzer Morgenpost)

Aus der Traum vom Knast-Hotel. Bernhard Freiberger (44) will die berüchtigte Burg Hoheneck nach nur anderthalb Jahren wieder verkaufen – für 16 Millionen Euro. mehr

Gefängnis-Schloss (06.01.2006, suzi, DIE WELT)

Nach zweieinhalb Jahren wirft der Käufer von Schloss Hoheneck in Stollberg (Erzgebirge) das Handtuch. Über das Internet bietet der Eigentümer des einstigen Frauengefängnisses, Bernhard Freiberger, den Gebäudekomplex nebst 53 000 qm großem Grundstück zum Verkauf an. mehr

Menschenrechte: Lebenslänglich (16.11.2009, Barbara Hardinghaus, DER SPIEGEL)

Können sich Opfer des DDR-Regimes aussöhnen mit den Tätern? Im Frauengefängnis Hoheneck wurden politische Häftlinge schlechter behandelt als Mörderinnen. Wegen eines Flugblatts wurde Angelika Kanitz weggesperrt – bis heute fühlt sie sich in Haft. mehr

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Articles in English

Former Stasi Victim (1996, Cornelia Donath, Universität Tübingen)

Fascinated, she stops short in front of a bookstore show-window which displays books about the US. An American friend groans: „Nothing and nobody will move her now from here. She seems to be more American than I am!“ more

Jail Experience (13.08.2004, Sarah Goodwin, Reuters)

Former political prisoners voiced outrage on Thursday at a German company’s scheme to sell tourists an authentic jail experience in what was former Communist East Germany’s biggest women’s prison. more

Stollberg Journal (19.08.2004, Mark Landler, New York Times)

Just three years ago, the last prisoners shuffled out of Schloss Hoheneck, a glowering fortress that squats on a bluff overlooking this eastern German village. Today, Bernhard Freiberger’s fondest dream is to fill its empty cells with paying customers. more

Journey To Freedom (Spring 2007, Marcy Froehlich, The Costume Designer)

The Lives Of Others really opened a door for me to talk about my life experiences publicly, the feeling of repression that you could not escape in the former East Germany in 1976. page 1 / page 2

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27 Responses to HOHENECK

  1. Dagmar Göbert sagt:

    Vorbei ?

    habe geschaut diese Fotos am morgen….
    vor 27 Jahren „lebte ich inhaftiert dort“ – mit viel Sorgen…

    „Was wird der nächste Tag mir bringen ?
    Wozu werden „sie“ mich heute wieder zwingen ?“
    Allein – als Politische “ unter Mörderinnen „bewegt“
    Verhaltensweisen dazu nicht in Universitätsbüchern steht….

    Wie verhalte ich mich für diese Leute „korrekt“,
    damit ich diese Zeit da relativ unbeschadet überleb` ?“

    Unbeschadet, das habe ich nicht geschafft,
    weil diese unrechtmäßige Verurteilung kostete meine ganze Kraft,
    die meiner Seele im besonderen,
    diese wurde verletzt, weil meine Würde als Mensch in den Schmutz getreten,
    aber ich wußte – diese Zeit mußte ich irgendwie überleben….

    Heute nach 27 Jahren kann ich sagen:
    „Ich war auf der „Universität des Lebens“ –
    diese Zeit war nicht ganz vergebens –
    gegen Diktatur und Unterdrückung nicht nur –
    nein, auch gegen Kriege werde ich mich wehren –
    denn, auch wie damals,
    ich habe`nur mein Leben zu verlieren…“

    Dagmar Göbert gs. Janetzky im Jahr 2004
    von März 1977 bis September 1977 in Hoheneck inhaftiert – vorher 9 Monate Stasi-U-Haft in Dresden

  2. […] [1] Die offizielle Webseite des Frauenzuchthaus Hoheneck [2] Ein privates Blog , geführt von einer Frau, die weiß, wovon sie schreibt, weil sie selbst dort war: Hoheneck Blog […]

  3. Christel Lenhardt sagt:

    Ich war auch ein paar Monate in Hoheneck. Ich war damals 17 Jahre,und wurde dann weiter nach Hohenleuben verlegt. Vieleicht können Sie mir sagen,wo ich meine Akte her bekommen kann. Es wäre schön,wenn sie mir helfen könnten,denn für einen Anwalt fehlt mir leider das Geld,und ich habe jetzt nur für den geschlossenen Jugendwerkhof Torgau die Nachweise,aber brauche noch die Anderen. MfG Christel Lenhardt.

    • hoheneck sagt:

      Hallo Christel, danke für den Kommentar. Wo die Akten aus Hoheneck und Hohenleuben heute sind kann ich leider nicht mit Sicherheit sagen. Ich meine mich zu erinnern, dass die Hoheneck-Akten nach Plauen ausgelagert wurden. Ich würde an deiner Stelle mal bei der Aussenstelle der Birthler-Behörde in Chemnitz nachfragen, die können vielleicht weiterhelfen. Viel Erfolg bei der Suche und wenn du fündig geworden bist, kannst du dich ja vielleicht noch einmal melden, damit auch anderen, die nach ihren Akten suchen, weitergeholfen werden kann. Herzliche Grüße & alles Gute für dich – Birgit

      • Sebastian Lindner sagt:

        @Christel Lehnhardt:

        Sehr geehrte Frau Lehnhardt,
        falls Sie das hier lesen, kann ich Ihnen sagen, dass Ihre Akte höchstwahrscheinlich mittlweile in Waldheim liegt. Nach der Schließung der JVA Plauen wurden alle Gefangenenpersonalakten der JVA Waldheim übergeben, wo sie noch heute gelagert werden. Ein Teil der Akten befindet sich tatsächlich im Bestand der Gauck-Birthler-Behörde und zwar die Akten der SMT-Verurteilten und die, die durch das MfS verfolgt worden sind.

        Die Akten aus Hohenleuben befinden sich nach Auskunft des Bundesarchivs Berlin auch heute noch in Hohenleuben.

        Vielleicht konnte ich Ihnen ein wenig helfen.

        Mit freundlichen Grüßen
        Sebastian Lindner

      • hoheneck sagt:

        Danke für diesen Hinweis, Herr Lindner! Das ist sicher für einige LeserInnen von Interesse.

      • franka sagt:

        akten aus hohenleuben sind ebenfalls in waldheim zu bekommen ! ich habe meine akten letzte woche bekommen, aber so super sie auch nummeriert sind, es gibt etliche unklarheiten, die ich leider auch nicht weiss wie ich dies neu klären kann, denn die akte aus hoheneck umfasst einige lügen der wirklichen dort passierten dinge. weiterhin habe ich auch meine mfs akte bekommen, dort kann man erlesen, das ich in hoheneck bespitzelt wurde, allerdings findet man in der haftakte absolut nichts davon, wo kann ich das herbekommen? borr unermüdliche wege zu meiner aufarbeitung. lg

    • Diana sagt:

      Ich war eine der letzten Stasi Inhaftierte, welche entlassen wurde. ich war bei der Stasi in Hoheneck als Hausarbeiterin und wir mussten damals viele Säcke mit Akten vom Stasihaus rüber zum Heizungshaus schleppen damit diese verbrannt werden. Alles musste noch schnell beseitigt / vernichtet werden. Meine eigene Akte ist wahrscheinlich auch dabei gewesen ,den diese ist nicht auffindbar. Vielleicht war auch deine mit dabei !?!

  4. Ohde,Erika-H.(Heike) sagt:

    Auch ich habe viele Monate,Jahre meines Lebens auf Hoheneck verloren.Ich spüre noch heute die Ärmchen
    meines damals 3jährigen Sohnes zum Abschied an meinem Hals,als Stasi mich zur Klärung eines Sachverhalts ab-
    holte.Hoheneck!
    Strumpfhosen nähen im Akkord für den Export in Feindesland.Auch Bettwäsche nähte ich in Hochleistung
    für den Klassenfeind.
    Eine liebe Freundin nahm sich das Leben in Hoheneck,sie konnte die Zeit nicht mehr ertragen.Meine Haftnummer war
    9998,es hätte dem System gestanden,hätte man uns die auch noch eintätowiert.Aber soweit wollten sie dann doch nicht gehen.Es kam auch zu körperlichen Übergriffen gegen andere Mitgefangene.Ich war zu einer Gerichtsverhandlung gegen einen Täter,der war
    wieder in einem Strafvollzug nach der Wende tätig.
    ER WURDE FREIGESPROCHEN!
    Ich habe mein Trauma bis heute nicht verwunden,
    Mein Sohn ist jetzt 31 Jahre alt und hat sein Trauma
    ebenso nicht verkraftet,er bekam zur Bewältigung seines Trennungstraumas als 3jähriger täglich 30Tropfen Protazin,ein Geschoss das auch Erwachsenen gegeben wurde.Wenn man bedenkt,wer uns das angetan hat,auch den vielen anderen, tausenden Frauen und deren Kindern.Wer gibt uns den inneren Frieden wieder? Und alles weil man diesem Staat den Rücken kehren wöllte.Ich hatte die Paragraphen 97,99 und 100
    und die hörten sich schlimm an.Ich kann noch heute nicht ertragen,wenn Hunde in der Ferne bellen oder wenn Schlüssel an Stahltüren knallen ,ich habe keine
    Tür die verschlossen wäre.Die Freude am Leben liegt auf Hoheneck begraben…

    • irini hegewald sagt:

      als ich die gelesen habe lief es mir eiskalt über den rücken.auch ich musste strumpfhosen nähen,mir wird ganz schlecht wenn ich nur daran denke ich war 1982 in hohneck.

  5. Jaqueline H. sagt:

    Es ist und bleibt ein schlimmes Thema. Zwar habe ich in Hoheneck ,nur eine Gastrolle gespielt, aber diese reichte mir auch. [gekürzt / Web-Administrator] Mir fehlt alles. Das Leben begann „Neu“ mit der Geburt meiner Tochter 1991. Nun hoffe ich wir können das irgendwann vergessen. Aber ich glaube nicht daran. Nur eines weis ich sicher“ Schlimmer wird es in meinem Leben nie wieder sein“!!!!!
    LG J.H.

  6. HEIDI SCHIMAK sagt:

    JA DIE STASI UND IHRE MACHENSCHAFTEN SIND FÜR MICH AUCH HEUTE NOCH EIN SCHLIMMES TRAUMA ! AUCH ICH MUSTE HOHENECK FÜR LÄNGERE ZEIT ERLEBEN ! EINE LANGE ZEIT DIE ICH NICHT ZURÜCK BEKOMME ABER DIE MIR SEELISCH EMOTIONAL HEUTE NOCH SCHWER ZU SCHAFFEN MACHEN!UND DOCH NUR UM EIN FREIES LEBEN FÜHREN ZU KÖNNEN !
    ICH HABE DAS BUCH VON ELLEN THIEMANN GELESEN.
    SEHR VIELES WAR MIR BEKANNT EINIGE NAMEN KANNTE AUCH ICH NOCH ! BETTWÄSCHE NÄHEN IM AKORT !
    SOLCHE MAUERN MIT SO EINER TRAGENDEN VERGANGENHEIT ZU EINEN HOTEL ZU WANDELN ??
    DA FEHLEN MIR ECHT DIE WORTE:
    ICH WERDE MIT BEKLEITUNG DIESEN ORT NACH 30 JAHREN BESUCHEN !
    LG: HEIDI

  7. Viktor Witt sagt:

    Ich verneige mich vor den Frauen die für die Freiheit hier eingesessen haben ,denen man ihre Kinder gestohlen hat , die von der Stasi gefoltert wurden und die heute von unserer Regierung Pfennige bekommen als Entschädigung ( als Opfer).
    Die Täter bekommen eine fette Rente.

  8. Gisela Constantin sagt:

    Ich war 10 Monate in Hoheneck,nachdem ich aus der Stasi-U-Haft in Gera zu Drei jahren und Sechs Monaten wegen Republiksflucht verurteilt wurde.Diese Zeit hat mein ganzes Leben verändert und man kann es nicht einfach vergessen.Jeder, der dort war weiß das,denn diese Hölle geht aus deinem Gedächtnis nie mehr raus.Ich bekomme ja eute auch diese kleine Rente,aber das ist ja nur ein kleiner Trost für das, was wir dort erlebt haben.Ich bin der Meinung, das man Hoheneck als Mahnung und gedenken an die vielen Opfer so lassen soll,damit die Nachwelt uns nicht vergißt!

  9. Klasse 10f des Gymnasiums am Römerkastell, Alzey sagt:

    Sehr geehrte Frau Schlicke,

    wir bedanken uns für Ihren Besuch an unserer Schule, dem Gymnasium am Römerkastell in Alzey.
    Ihr Vortrag über das Leben einer jungen Frau in DDR-Gefangenschaft hat uns sehr beeindruckt und wir bewundern die Courage, die Sie gegenüber der Stasi gezeigt haben. Danke für Ihre Offenheit und dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben.
    Wir hoffen, dass Sie auch weiterhin andere Menschen dazu bewegen können, sich mit der DDR-Zeit auseinanderzusetzen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Klasse 10f

    • hoheneck sagt:

      Liebe Klasse 10f,
      lieber Herr Schmahl,
      herzlichen Dank für das Feedback. Auch für mich war der heutige Tag interessant & ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich nochmals für die Einladung und das grosse Interesse zu bedanken.
      Viele Grüße, Birgit Schlicke

  10. ilona fischer sagt:

    ich war 59 monate in haft ,die längste zeit davon in hoheneck bis ich am 27.02.85 ausreisen durfte .
    wie erfahre ich von dem nächsten treffen der ehemaligen politischen gefangenen ?

    vielen dank ,ilona fischer

  11. C.bakir sagt:

    Hallo Birgit,
    dein Buch hat mich zu Tränen gerührt.

  12. Angelika Becker sagt:

    Ich war als 18 Jährige 10 Monate auf Hoeneck,die Erlebnisse hab ich bis Heute nicht verarbeitet.Habe dann leider den so genannten Zonenstich gemacht.1984 haben wir(mein Mann und ich)über Ausreiseanträge alles noch einmal probiert,was natürlich nach Hinten los ging.Die Tortur die wir dann erlebt haben war auch nicht besser.Mein Mann in Haft und ich mit einem Pm12 in der DDR.1985 durften wir dann endlich raus.Ich bin jetzt fast 59 und kann bis Heute immer noch nicht richtig schlafen die ganze Scheiße lässt mich immer noch nicht los.

    • Bärbel kopicki sagt:

      Ich wurde 1973 zu einem Jahr verurteilt weil ich mit meiner freundin in Berlin war ,wollten Shopen aber hatten den letzten Zug verpasst und mußten bis morgens auf dem nästen ZUg nach hause warten und wie wir im Zug einsteigen wollten wurden wir verhaftet ohne grung wurden wir weggespert dann wurde uns Repoblick flucht angezettelt von diesem Tag an war mein Leben vorbei Angst zustände , nicht schlafen und Nerven am Ende bin immer noch in Behandlung das werde ich auch bis ich mal gehen muß bleiben ich habe auch noch nie mit meinem Arzt drüber gesprochen weil ich es nicht verkraften kann hier habe ich schon mit zu tuhen aber ich muß es einfach mal los werden . Meinen 18. Geburtstag das sollte eigendlich der schönste Tag sein es war der Alltraum, ich muße auch Strumpfhosen Nähen war es nicht so wie es sein sollte gab es Ärger aber das war mir dann schon scheiß egal denn ich wollte mir das Leben nehmen weil man nichts machen konnte und wir waren 40 Leute in einer Zelle zwei Toletten und zwei schweinetröge zum waschen .Duschen war auch nicht viel da sah es ja auch nicht besser aus ,es gibt noch soviel was man erleben mußte es wird nie ein ende geben .Ich habe das glück gehabt einen lieben Partner gefunden zu haben und meine Kinder und Enkel geben mir die kraft weiter zu Leben . Ich möchte mich bedanken das ich mal los lassen konnte ,ich merke das es mir heute gut geht mal drüber zu schreiben habe heute mit 57 Jahre den Mut gehabt es einfach mal mit jemand der das gleiche erlebt hat . Danke……..

      • Maria Gruner sagt:

        Warum melden sich die vielen Jugendlichen nicht, die ebenfalls in Hoheneck Schlimmstes erleben mußten? Was viele nicht wissen, dieses Gefängnis war mit einer Etage auch ein Jugendgefängnis! ich habe meinen 17. Geburtstag dort „feiern“ müssen! War 1971/72 als politisch Gefangene inhaftiert. Bis heute verfolgen mich Träume, Ängste, Panikattacken. Keine Theraphie hilft dies zu verarbeiten!!!!!!!
        Maria Gruner, ehem. Stolz

      • Angelika Becker sagt:

        Man versucht den ganzen Mist hinter sich zu lassen und denkt man kann vergessen,aber nein das geht nicht mit wem will man auch darüber reden?Die meisten interessiert das auch nicht im Gegenteil es gibt auch Leute die sich über diese kleine Rente aufregen die man bekommt also weiter damit alleine klar kommen.Ich habe mir fest vorgenommen an den Ort des Geschehens zu fahren,vielleicht kann ich dann damit abschließen

      • Angelika Becker sagt:

        Meine Zeit war auch 1971/72 bei den Jugendlichen

  13. Gunda Harnisch sagt:

    Ich bin erst jetzt auf Ihr Buch gestoßen und war tief beeindruckt. Ich bin nur 1 Jahr älter, bin in der gleichen Gegend aufgewachsen und bewundere Ihren Mut, Ihre Standhaftigkeit sehr! Ich weiß nicht, ob ich es so durchgestanden hätte! Für jeden Tag der neuen Freiheit ( Zeit nach der Wende) bin ich nach wie vor enorm dankbar und kann das gesamte Ostalgie-Gehabe auch nicht verstehen.

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