„Der dunkle Ort“ – Ausstellung demnächst in Pforzheim

6. August 2013

Ab dem 25. September 2013 wird die Ausstellung „Der dunkle Ort“ in Pforzheim zu sehen sein.  Die Ausstellung beleuchtet die Zustände im Frauenzuchthaus Hoheneck und zeigt anhand von 25 unterschiedlichen Lebensgeschichten exemplarisch, wie es Frauen in diesem Gefängnis ergangen ist. 25 ehemalige, aus politischen Gründen Inhaftierte haben sich dem Fotografen Dirk von Nayhauß und der Autorin Maggie Riepl anvertraut, die zum Thema auch ein Buch („Der dunkle Ort“) veröffentlicht haben.

Alle Interessenten & ehemaligen Hoheneckerinnen sind herzlich eingeladen!

Organsiert wird die Ausstellung von der Stiftung ‚Lernort Demokratie – das DDR-Museum Pforzheim‘. Frau Kipfer, die Vorstandsvorsitzende des Stiftungsbeirates hat diese Ausstellung nach Pforzheim geholt.
Weitere Informationen hier:
Flyer S. 1
Flyer S. 2

Wo sind die Toten von Hoheneck? – Neues Buch von Ellen Thiemann

10. Februar 2013

„Ihr Delikt kommt gleich nach Massenmord“, nahm man Ellen Thiemann im Gefängnis in Empfang. Verurteilt worden war sie für versuchte Republikflucht. Zwei Jahre lang ging  sie durch die Hölle von Hoheneck. Sie erlebte mit, wie verzweifelte Strafgefangene  Suizid begingen, und ertrug selbst grausame Folterungen. Sie schildert, wie Müttern die Kinder durch Zwangsadoptionen entrissen und Inhaftierte durch verordneten Missbrauch von Psychopharmaka ruhiggestellt wurden. Noch nach dem Mauerfall erlitten einstige Gefangene Repressionen durch die Stasi, deren Funktionäre bis heute wichtige Positionen in unserer Gesellschaft bekleiden und aus Selbstschutz die Opfer von früher angreifen. Die Journalistin hört nicht auf, die Verbrechen der DDR-Diktatur anzuprangern.

Quelle: Herbig Verlag


Chemnitz: Gelder für Kaßbergknast geplant

10. Dezember 2012
Nun soll er doch entstehen, der Lern-und Gedenkort im ehemaligen Gefängnis auf dem Chemnitzer Kaßberg.

Die sächsische Regierungskoalition plant dafür im kommenden Doppelhaushalt Gelder im Umfang von insgesamt 900.000 Euro einzustellen.

Dafür soll in der ehemaligen Haftanstalt ein Ort entstehen, an dem der Opfer politischer Gewaltherrschaft in der DDR gedacht wird.

Ein Projekt, für das sich der Verein Lern-und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz schon lange engagiert.

Nun ist es auch der Wille der Regierungskoalition, einen angemessenen und offenen Gedenkort zur Bewahrung und Präsentation der Geschichte der größten Abschiebehaftanstalt der DDR sicherzustellen.

Investieren will der Freistaat aber auch in den noch aktiven Strafvollzug in Sachsen. Hier sind im nächsten Doppelhaushalt Millionen-Investitionen für Baumaßnahmen geplant, um Verbesserungen der baulichen Sicherheit zu erreichen.

Das betrifft vor allem die Justizvollzugsanstalten in Chemnitz, Bautzen und Torgau. Allein für Chemnitz sind dafür 7,7 Millionen Euro veranschlagt.

Daneben soll ein Neubau für den Offenen Vollzug mit einer Investitionssumme in Höhe von 6,7 Millionen Euro errichtet werden.

Quelle: www.sachsen-fernsehen.de

 


Hoheneck kann auf Förderung als Gedenkstätte hoffen

17. März 2012

Ehemaliges Frauengefängnis steht im Entwurf des neuen Gedenkstättengesetzes Sachsens

Stollberg. Am Freitag wird in Dresden der Entwurf des neuen sächsischen Gedenkstätten-Stiftungsgesetzes vorgestellt. Für Stollberg ist das ein guter Tag. Denn erstmals steht das einstige Frauengefängnis Hoheneck mit in der Liste der Gedenkstätten, die institutionell gefördert werden können.

Institutionelle Förderung heißt, dass die gesamte Einrichtung finanziell unterstützt wird. Wer nicht im Gesetz auftaucht, kann allenfalls eine Förderung für einzelne Projekte beantragen. „Wir freuen uns, dass Hoheneck im Entwurf steht. Das ist der erste Schritt hin zu finanzieller Unterstützung“, sagt Stollbergs Hauptamtsleiter Reiner Kunz.

Neben Hoheneck stehen noch fünf weitere Gedenkstätten neu in der Liste, darunter die ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR in Leipzig, das frühere Konzentrationslager Sachsenburg bei Frankenberg und die Gedenkstätte zu Ehren der Euthanasieopfer in Großschweidnitz. Das Gefängnis auf dem Chemnitzer Kaßberg, eine Drehscheibe des Freikaufs politischer Häftlinge aus der DDR, steht dagegen nicht darauf.

Die Erwähnung im Entwurf bedeutet für Hoheneck aber nicht zwingend eine Förderung. „Das ist kein Automatismus“, sagt Siegfried Reiprich, Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Zunächst müssten ein tragfähiges Konzept und eine gesicherte Gesamtfinanzierung vorgelegt werden. Das Konzept setze auch einen leistungsfähigen Trägerverein voraus, heißt es im Gesetzentwurf, der von CDU, FDP, SPD und Bündnis 90/Grüne unterstützt wird..

Die Verhandlungen über ein breites Bündnis von Stadt, Frauenkreis der Hoheneckerinnen, Investor und weiteren Partnern laufen bereits. „Es wird beabsichtigt, einen neuen Förderverein zu gründen“, sagt Kunz. Einzelheiten könnten aber noch nicht mitgeteilt werden.

Im September des vergangenen Jahres war bereits ein erstes Konzept für die weitere Nutzung von Schloss Hoheneck vorgelegt worden. Dieses sieht eine Mischnutzung mit Gedenkstätte, Übernachtung und Freizeittreff vor. Damit würde auch den Interessen des saarländischen Schlosseigentümers Bernhard Freiberger Rechnung getragen. „In Hoheneck herrscht eine besondere Situation. Gegen die Interessen des Investors geht nichts“, sagt Stiftungs-Geschäftsführer Reiprich.

Auch der Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck hat Ende vergangenen Jahres ein Konzept vorgestellt. „Den Gesetzentwurf sehen wir als Fortschritt“, sagt die Vorsitzende und ehemalige Hoheneck-Insassin Tatjana Sterneberg.

Quelle: FREIE PRESSE / Sascha Wittich, 15.3.2012


Buchpremiere & Eröffnung der Ausstellung

15. März 2012

Leider ein wenig verspätet, aber ich wollte noch kurz von der Buchpremiere am 1.3.2012 in Berlin berichten bzw. einige Fotos posten…

Die Veranstaltung in der Heinrich-Böll-Stiftung war gut besucht. Es waren viele ehemalige politische Gefangene vor Ort, ferner Journalisten, Historiker und auch Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasiunterlagen, habe ich im Publikum gesehen. – Zunächst gab es diverse einführende Worte vom Verlag, von der Heinrich-Böll-Stiftung und von der Stiftung Aufarbeitung. Anschliessend führte eine Moderatorin durch eine Podiumsdiskussion, bei der zwei ehemalige Hoheneckerinnen – Ellen Thiemann und Catharina Mäge – sowie die Buchautoren Dirk von Nayhauß und Maggie Riepl zu verschiedenen Themen befragt  wurden.

Das vorgestellte Buch ist ein eindrucksvoller Bildband, der 25 Schicksale beschreibt: 25 Frauen, die alle zu verschiedenen Zeiten in Hoheneck inhaftiert waren, berichten in eigenen Worten über ihre Haftzeit im berüchtigten Frauenzuchthaus. Zusätzlich zu den Berichten gibt es beeindruckende Haftdokumente und exzellente Portraitfotos von Dirk von Nayhauss.

Nach der Buchvorstellung wurde dann die Ausstellung im Untergeschoss des Stiftungsgebäudes eröffnet, die ausreichend Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen bot, denn ca. 16 der 25 portraitierten Frauen waren an diesem Abend anwesend und gaben bereitwillig Auskunft.

Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und kann auf Anfrage in anderen Städten gezeigt werden. In Berlin ist sie noch bis zum 4. April 2012 zu besichtigen.

Viele der im Buch portraitierten Frauen waren an diesem Abend nach Berlin gekommen

Ehemalige Hoheneckerinnen...

Ausstellung in der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

Als Wanderausstellung konzipiert, wäre es wichtig, dass diese Ausstellung auch in anderen Bundesländern gezeigt wird. Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben schon Interesse bekundet...


Buch

27. Februar 2012


Der dunkle Ort – Das Frauengefängnis Hoheneck

25. Februar 2012

„Bautzen kennt jeder, in der dortigen Justizvollzugsanstalt saßen die Männer ein. Die wenigsten aber wissen, dass es in der DDR auch ein Frauengefängnis mit ähnlich brutalen Zuständen gab: die Strafvollzugsanstalt Hoheneck im sächsischen Stollberg. Eine Burg mit hohen Mauern, Stacheldraht und Elektrozäunen. Hier saßen nicht nur Kriminelle, sondern auch Regimegegnerinnen und Republikflüchtige. Die Gefangenen litten unter Kälte, minderwertigem Essen und dem brutalen Wachpersonal. In drei Schichten wurde Tag und Nacht in den Gefängnisbetrieben gearbeitet. 1961 kamen immer mehr Republikflüchtlinge. In den 1970er Jahren saßen zeitweise über 1.600 Frauen in dem hoffnungslos überbelegten Zuchthaus. Die Opfer des SED-Regimes werden öffentlich kaum wahrgenommen. Doch Leidtragende einer Diktatur dürfen nicht vergessen werden.“

Am 1. März ab 18 Uhr stellen die Journalisten Maggie Riepl und Dirk von Nayhauß ihr Buch – und das Ausstellungsprojekt – in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin vor. Interessenten sind willkommen. Der Eintritt ist frei

Weitere Infos auf der Seite des Verlages: Bebra Verlag