Frauen erzählen in Koblenz vom Grauen im DDR-Knast

24. März 2014

Koblenz – Elke Schlegel saß mehrere Monate im DDR-Knast Hoheneck. Sie hatte nichts verbrochen, sie wollte nur raus aus der DDR. Jetzt, drei Jahrzehnte später, eröffnete die Koblenzerin im Mittelrhein-Museum die Ausstellung „Das Frauengefängnis Hoheneck – 25 Porträts ehemaliger politischer Gefangener“.

1125704Elke Schlegel saß mehrere Monate im DDR-Knast Hoheneck, hinter Gittern, Stacheldraht und Elektrozäunen. Sie hat nichts verbrochen, sie wollte nur raus aus der DDR – rüber in den kapitalistischen Westen. Jetzt, drei Jahrzehnte später, eröffnete die Koblenzerin (55) im Mittelrhein-Museum auf dem Zentralplatz die Wanderausstellung „Das Frauengefängnis Hoheneck – 25 Porträts ehemaliger politischer Gefangener“.

Hoheneck war das größte Frauenzuchthaus in der DDR, es befand sich in einer Burg hoch über der sächsischen Kleinstadt Stollberg. Es war ein Monster mit hohen Mauern, heißt es im Begleitbuch zur Ausstellung „Der dunkle Ort“ von Dirk von Nayhauß und Maggie Riepl. Ein Monster, aus dem niemandem die Flucht gelang. Ein Monster, in dem die Häftlinge gefoltert und gedemütigt wurden. „Diskriminierend waren vor allem die Zellenrazzien und körperlichen Untersuchungen, bei denen sich die Gefangenen nackt ausziehen mussten und begrapscht wurden. Die Strafen in Hoheneck waren drakonisch: Arrest in der Dunkelzelle mit Wasser und Brot gab es schon für geringste Vergehen.“

Zur Eröffnung der Ausstellung kamen gut 100 Interessierte. Elke Schlegel erzählte ihnen in bewegenden Worten vom DDR-Knast: „Wir Gefangenen waren zusammengepfercht wie Tiere. Die Zellen waren mit bis zu 40 Frauen belegt. Wir teilten sie mit ehemaligen KZ-Aufseherinnen und Kriminellen.“ Elke Schlegel wuchs in der DDR auf, arbeitete in Jena als Hotelfachfrau. Sie, ihr Freund und ihr Sohn beantragten 1983 die Ausreise aus der DDR. 1984 wurden sie und ihr Freund von der Stasi verhaftet, später als Staatsfeinde zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Man warf Elke Schlegel vor, dass sie mit einem Freund in Neuwied telefoniert hatte – und über ihren Ausreiseantrag sprach.

Zu den Gästen der Ausstellungseröffnung gehörte auch der Koblenzer Oberbürgermeister. Joachim Hofmann-Göttig (62), der in Leipzig geboren wurde, kritisierte, dass die DDR das Gefängnis Hoheneck wie zuv1125703or das Dritte Reich zur Inhaftierung von Oppositionellen nutzte. „Mit welcher Schamlosigkeit das DDR-Regime dort eine Politik fortsetzte, die unter Adolf Hitler begonnen hatte, ist mir völlig unverständlich.“

Nach fünf Monaten und 24 Tagen Haft wog Elke Schlegel nur noch 38 Kilogramm. Dann kaufte der Westen sie frei.  Sie durfte ausreisen, ihr Freund und ihr Sohn kamen nach. Schlegel will mit der Ausstellung die Menschen sensibilisieren – für den Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie.

Quelle: Rhein Zeitung, Hartmut Wagner, 20.03.2014

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Wo sind die Toten von Hoheneck? – Neues Buch von Ellen Thiemann

10. Februar 2013

„Ihr Delikt kommt gleich nach Massenmord“, nahm man Ellen Thiemann im Gefängnis in Empfang. Verurteilt worden war sie für versuchte Republikflucht. Zwei Jahre lang ging  sie durch die Hölle von Hoheneck. Sie erlebte mit, wie verzweifelte Strafgefangene  Suizid begingen, und ertrug selbst grausame Folterungen. Sie schildert, wie Müttern die Kinder durch Zwangsadoptionen entrissen und Inhaftierte durch verordneten Missbrauch von Psychopharmaka ruhiggestellt wurden. Noch nach dem Mauerfall erlitten einstige Gefangene Repressionen durch die Stasi, deren Funktionäre bis heute wichtige Positionen in unserer Gesellschaft bekleiden und aus Selbstschutz die Opfer von früher angreifen. Die Journalistin hört nicht auf, die Verbrechen der DDR-Diktatur anzuprangern.

Quelle: Herbig Verlag


Chemnitz: Gelder für Kaßbergknast geplant

10. Dezember 2012
Nun soll er doch entstehen, der Lern-und Gedenkort im ehemaligen Gefängnis auf dem Chemnitzer Kaßberg.

Die sächsische Regierungskoalition plant dafür im kommenden Doppelhaushalt Gelder im Umfang von insgesamt 900.000 Euro einzustellen.

Dafür soll in der ehemaligen Haftanstalt ein Ort entstehen, an dem der Opfer politischer Gewaltherrschaft in der DDR gedacht wird.

Ein Projekt, für das sich der Verein Lern-und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz schon lange engagiert.

Nun ist es auch der Wille der Regierungskoalition, einen angemessenen und offenen Gedenkort zur Bewahrung und Präsentation der Geschichte der größten Abschiebehaftanstalt der DDR sicherzustellen.

Investieren will der Freistaat aber auch in den noch aktiven Strafvollzug in Sachsen. Hier sind im nächsten Doppelhaushalt Millionen-Investitionen für Baumaßnahmen geplant, um Verbesserungen der baulichen Sicherheit zu erreichen.

Das betrifft vor allem die Justizvollzugsanstalten in Chemnitz, Bautzen und Torgau. Allein für Chemnitz sind dafür 7,7 Millionen Euro veranschlagt.

Daneben soll ein Neubau für den Offenen Vollzug mit einer Investitionssumme in Höhe von 6,7 Millionen Euro errichtet werden.

Quelle: www.sachsen-fernsehen.de

 


Ikea-Möbel sollen in DDR-Gefängnissen produziert worden sein

3. Juni 2012

Dem schwedischen Möbelhändler wird vorgeworfen, in DDR-Gefängnissen produziert zu haben. Die Konzernverantwortlichen sind schockiert und wollen Aufklärung.

Es ist kalt und dunkel. Kein Kontakt, kein Buch, kein Blatt Papier, nur eine Pritsche und ein Klo. Birgit Schlicke beschreibt die Arrestzelle im DDR-Frauengefängnis in Hoheneck in Sachsen. „Wer nicht arbeiten wollte, kam sofort in die Isolationshaft“, sagt die 43-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Für Schlicke und die etwa 500 Frauen in Hoheneck bedeutete das Nähen im Akkord. 287 Bettbezüge in acht Stunden war die Vorgabe.

Geld gab es kaum. 1989 endete die Haft für die politische Gefangene Schlicke. Doch bereits ein Jahr später wurde sie von ihrer Vergangenheit eingeholt: Sie fand ihre Bettwäsche wieder – in einem Neckermann-Katalog.

Auch Neckermann sieht sich Vorwürfen ausgesetzt

Der Versandhändler ist kein Einzelfall. Mehreren Westunternehmen wird 23 Jahre nach dem Mauerfall vorgeworfen, an der Zwangsarbeit von DDR-Häftlingen verdient zu haben. Sie sollen billige Waren aus dem Nachbarstaat bezogen und sie günstig im Westen verkauft haben. Neben Neckermann sieht sich auch Ikea mit solchen Vorwürfen konfrontiert.

Die Diskussion war durch eine schwedische Fernsehdokumentation angestoßen worden. Die Journalisten hatten berichtet, dass im „Zuchthaus“ Waldheim in Sachsen Teile für Ikea-Sofas hergestellt worden waren. Auch das berühmte Billy-Regal sei teilweise „made in GDR“ (die englische Übersetzung für DDR). Teile für Bürostühle sollen ebenfalls in Ostdeutschland entstanden sein. Das berichtet Alexander Arnold. Er war 1983 elf Monate im Gefängnis in Naumburg an der Saale inhaftiert, weil er Flugblätter gegen die Aufrüstung mit Atomwaffen in Ost und West verteilt hatte. Er arbeitete in der etwa 20 Minuten entfernten Firma Mewa. Arnold erinnert sich: „Die Arbeitsbedingungen waren schrecklich.“

Schreckliche Arbeitsbedingungen

In der fensterlosen Halle mussten die Insassen an veralteten Stanzmaschinen von 1912 schuften. Arnolds Stimme stockt, wenn er erzählt, dass jegliche Sicherheitsvorkehrungen abgebaut waren, damit die Maschinen mehr Stückzahl bewältigten. „Die Zivilmeister haben uns gesteckt, dass wir für Ikea arbeiten“, sagt Arnold. „Wer unter 80 Prozent des Solls lag, galt als Saboteur“, erinnert er sich. „Der kam zehn Tage in die sogenannte Mumpe.“ Das waren Dunkelzellen im Keller. Wer die Arbeit gar verweigerte, wurde in das Dachgeschoss gesperrt. Was dort passierte, weiß der 51-Jährige nur aus Erzählungen: Dort lag man an Händen und Füßen ans Bett gefesselt, 23 Stunden am Tag, angezogen mit einem speziellen Overall. „Dreimal am Tag wurde man dann für 20 Minuten losgelassen, in denen man essen, sich waschen und auf die Toilette durfte, wenn man es denn schaffte, das neben den Schließern zu erledigen. Der Overall war für die, die es nicht schafften und dann in ihren eigenen Fäkalien liegen mussten.“

Ikea-Führung will Aufklärung

Die Ikea-Verantwortlichen sind über diese Schilderungen schockiert. Der Konzern reagiert und Ikea-Sprecherin Sabine Nold kündigt an, die Nachforschungen, die zu diesem Thema ohnehin laufen, zu beschleunigen: „Wir nehmen das Thema sehr ernst.“ Allerdings werde das Unternehmen hauptsächlich mit Behauptungen konfrontiert. Handfeste Beweise gebe es bislang kaum. Die Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen bestätigt, dass Ikea eine Anfrage gestartet hat: „Ikea nimmt hier klar eine Vorreiterrolle ein“, sagte eine Sprecherin.

Auch Neckermann will aufklären. Der Versandhändler räumt zwar ein, zu DDR-Zeiten Waren verschiedenster Art, wie Spielzeug, Möbel und Textilien, von DDR-Lieferanten bezogen zu haben. Allerdings betont Neckermann-Sprecherin Anne Putz: „Über die Produktionsbedingungen und die Herkunft der Waren lagen nach jetzigem Sachstand damals keine Informationen vor.“

Ex-Hoheneck-Gefangene Birgit Schlicke sagt hingegen, dass den meisten Insassen bewusst gewesen sei, dass die Bettwäsche nicht für die DDR bestimmt war. Schlicke erinnert sich: „Wir wussten ja, was es in den Geschäften im Osten gab. Und die Bettwäsche, die wir hergestellt haben, war viel bunter und das Material viel hochwertiger als in der DDR.“

Auch ein CDU-Politiker war unter den Zwangsarbeitern. Dieter Dombrowski und die etwa 1300 hauptsächlich politisch Inhaftierten im Gefängnis in Cottbus stellten für den volkseigenen Betrieb (VEB) Pentacon Gehäuse von Praktica-Kameras her. Der heutige CDU-Generalsekretär Brandenburgs saß von April 1974 bis Dezember 1975 in Haft, weil er versucht hatte, die DDR zu verlassen. 20 Ostmark habe er damals im Schnitt pro Monat verdient. Das entspricht heute ungefähr drei Euro. Die Gefangenen mussten auch mit minderwertigem Werkzeug und schlechten Sicherheitsvorkehrungen zurechtkommen. Die Zwangsarbeit war ein sehr lukratives Geschäft: „Die Gewinnspannen der Westunternehmen waren exorbitant hoch“, ist sich Dombrowski sicher. Dass in Cottbus Häftlinge für die VEB Pentacon produzieren mussten, ist von Historikern belegt. Darauf verweist auch der heutige Nachfolger des Betriebs: Die 1997 neu gegründete Pentacon GmbH. Ein Sprecher sagt: „Wir bedauern das Schicksal der Betroffenen.“ Er stellt jedoch klar: „Wir sind allerdings nicht Rechtsnachfolger der damaligen VEB Pentacon.“

Zehntausende politische Gefangene saßen in Haft und arbeiteten

Zehntausende politische Gefangene saßen einst in DDR-Gefängnissen und arbeiteten. So hoch schätzt der Geschäftsführer der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Karl Hafen, diese Zahl. Etwa 30 000 hat die Bundesrepublik seit 1968 aus der DDR freigekauft. Die Gesellschaft hat sie betreut. Dass Zwangsarbeiter auch Produkte hergestellt haben, die später in Westdeutschland verkauft wurden, war bekannt. Allerdings: „Wir hatten damals andere Sorgen. Wir wollten die Leute da rauskriegen“, sagt Hafen. Den Betroffenen geht es nicht um Geld, sondern um Aufklärung und eine Entschuldigung. Für sie ist klar, dass sie ausgebeutet wurden. „Ich war rechtswidrig inhaftiert und bin zur Arbeit gezwungen worden“, sagt Dombrowski. „Die Arbeit war zwar Zwang, aber der einzige Auslauf“ aus der 44 Quadratmeter großen Zelle, in der 28 Männer untergebracht waren. Und immer noch besser als die Alternative: Isolationshaft in einer kalten, dunklen Arrestzelle.

Quelle: Augsburger Allgemeine Zeitung, Daniela Deeg, 2. Juni 2012


Staatsfeind wegen der Liebe

19. September 2011

Tatjana Sterneberg wollte einen Italiener heiraten und landete dafür drei Jahre im Gefängnis

ORANIENBURG – Ein Italiener mit dem schönen Namen Antonio hatte es ihr angetan. Er war groß, sah gut aus und hatte Manieren. Zur ersten Verabredung schenkte er ihr Blumen. Doch es gab ein Problem. Tatjana Sterneberg lebte und arbeitete in Ost-Berlin, im Stadt-Hotel-Berlin, dem heutigen Park Inn. Antonio arbeitete in West-Berlin. Weil die DDR ihren Ausreiseantrag ablehnte, plante das Pärchen die Flucht in den Westen. Doch die Stasi kam ihnen zuvor.

Am 7. November 1973 nahmen drei Männer Tatjana Sterneberg, geboren 1952 in Ost-Berlin, „zur Klärung eines Sachverhaltes“ mit zum Verhör. Am 13. Mai 1974 wurde sie wegen „staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme und Vorbereitung zum ungesetzlichen Grenzübertritt“ zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt und ins berüchtigte Frauengefängnis Hoheneck im Erzgebirge verschleppt. Was folgte, erzählte Tatjana Sterneberg gestern Schülern am Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg.

Mit bis zu 24 Frauen auf 30 Quadratmetern erlebte Tatjana Sterneberg in einer Zelle eingepfercht Schlimmes. Es gab die perfiden Verhörmethoden und den Psychoterror der Stasi. Und dann immer wieder Schläge, Isolationshaft und Folter. Tatjana Sterneberg verlor sogar ein Kind im Gefängnis. 1976 schließlich wurde sie vom Westen freigekauft. „Wir waren froh, dass wir das alles hinter uns hatten. Wir sind auf den Boden gefallen, haben den Boden geküsst“, berichtet sie von ihrer Ankunft in Westdeutschland.

Später erfuhr Sterneberg, dass die Stasi sie mit gesundheitsschädigenden Psychopharmaka vollpumpen ließ und sie von Spitzeln umgeben war. Der Arzt, Mithäftlinge, sogar der Seelsorger im Gefängnis hatten sich von der Stasi einspannen lassen.

Für Tatjana Sterneberg begann nach ihrem Martyrium in Hoheneck zunächst eine glückliche Zeit. Ihren geliebten Antonio, der selber zwei Jahre in Haft saß, heiratete sie 1977 in Neapel, anschließend zog das Paar nach Westberlin. Aus der Ehe stammt ein Kind.

Doch die Geschichte hat sie eingeholt. Nach ihrer Haft litt sie unter Panikattacken, konnte sich nicht in kleinen Räumen aufhalten. Dann, als die Mauer fiel, fiel Tatjana Sterneberg in eine tiefe Depression. Erinnerungen kamen hoch. Manchmal glaubte sie, der Boden unter ihr würde sich auftun und sie verschlucken. Eine „post-traumatische Belastungsstörung“, so die Diagnose. Sie hat inzwischen Therapien gemacht und gelernt, mit ihrem Trauma umzugehen. Dazu gehörte auch, mehr über die DDR zu erfahren und ihre Peiniger zur Rede zu stellen.

Einmal hat sie auch den Arzt, der sie in Hoheneck mit Psychopharmaka ruhig stellte, besucht. Er praktiziert heute in Ahrensfelde. Von Reue keine Spur.

Quelle: Sebastian Meyer, 17.9.2011, Märkische Allgemeine


DVD „Ein Tag zählt wie ein Jahr“

12. Mai 2011

Eine Produktion von Kristin Derfler und Dietmar Klein, gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, 2010. Die Stadt Stollberg in der Nähe von Chemnitz. Hoch oben über der Stadt die Burg Hoheneck. In diesem mittelalterlichen Gemäuer war das berüchtigte Frauengefängnis der DDR. Weibliche Häftlinge aus der gesamten DDR verbüßten hier ihre langjährigen Haftstrafen: Kriminelle ebenso wie die sogenannten »Politischen«, die in Opposition zur kommunistischen Diktatur standen. Zum Frauengefängnis wurde Hoheneck, als im Jahr 1950 ca. 1.100 weibliche Gefangene aus den sowjetischen Speziallagern Bautzen und Sachsenhausen hierhin überführt wurden. Die zumeist jungen Frauen waren von den sowjetischen Militärtribunalen – oftmals unschuldig – zu hohen Haftstrafen verurteilt worden und hofften durch die Überstellung an »die Deutschen« auf Haftentlassung. Das Gegenteil war der Fall – die Haftbedingungen wurden verschärft und waren unmenschlich. Der Name Hoheneck wurde und blieb ein Synonym für die Verfolgung und Inhaftierung vor Frauen aus politischen Gründen in der DDR. Die genaue Zahl der hier inhaftierten Frauen ist bis heute nicht bekannt. Schätzungen gehen von mehreren Tausend aus.

Die DVD enthält umfangreiches didaktisches Begleitmaterial, erstellt von http://www.paedigi.de.vu. Zudem enthalten: Ein Mitschnitt einer Veranstaltung zum Thema Hoheneck in der Goethe-Mittelschule Breitenbrunn Oktober 2009 (13 Minuten) sowie die Computeranimation »Eingemauert! Die innerdeutsche Grenze« – DW-TV, Deutsche Welle 2009 (10 Minuten).

Bestellen kann man die DVD hier: Ein Tag zählt wie ein Jahr


Konzept und Teilabriss für Schloss geplant

18. April 2011

[…] „Wir erarbeiten ein Konzept der Nutzbarkeit in Verbindung damit, die Geschichte dort lebendig zu halten und als Mahnung stehen zu lassen“ [Zitat: Schloss-Besitzer Bernhard Freiberger; Amn. d. Webmasters] Er kann sich eine Mischung aus Gedenkstätte und einer Nutzung vorstellen, die sich mit der Historie verträgt. „Ein Beispiel wäre ein Staatsarchiv. Wir haben schon mit dem sächsischen Justizminister Kontakt aufgenommen.“

Ein Miteinander schien vor einiger Zeit noch undenkbar, denn das Tischtuch beider Parteien schien für immer zerschnitten. Freiberger versuchte das Objekt zu vermarkten („Männertag im Frauenknast“), der Frauenkreis der ehemaligen Hoheneck-Haftinsassinnen ging auch deshalb auf die Barrikaden.

Der Streit aber scheint beigelegt. „Wir haben letzte Woche ein gutes Gespräch mit dem Besitzer gehabt“, sagt Wolfgang Holzapfel, der Sprecher des Frauenkreises. Holzapfel spricht von „genügend Schnittstellen“ und von „Konsens“. Und dann deutete er an, dass aus dem berüchtigten Ex-Frauengefängnis durchaus eine Gedenk- und Begegnungsstätte entstehen könnte, die möglicherweise über eine Stiftung organisiert wird. „Beide Seiten haben in der Vergangenheit viele Dinge nicht so richtig gemacht, aber jetzt sind wir auf einem guten Weg“, so Holzapfel weiter.

Quelle: Jan Oechsner, FREIE PRESSE, 11.04.2011 

Ganzer Artikel hier.