Grosses Interesse an Schicksalen

26. Juli 2014

Schloss Hoheneck: Berichte von Zeitzeugen gefragt

Stollberg. Die Kritik einer Besucherin aus Eibenstock, die während ihres Besuches auf Schloss Hohen-eck am vergangenen Sonntag die Möglichkeit des Kontaktes zu Zeitzeugen vermisst hatte, war unberechtigt. Denn zur Veranstaltung der „Schlössertour“ bestand durchaus die Möglichkeit, mit Menschen zu sprechen, die das frühere Frauengefängnis Hoheneck aus eigenem Erleben kennen. Vier ehemals politische Gefangene dieses Ortes standen den Besuchern im Kino- und Veranstaltungssaal den gesamten Tag Rede und Antwort über das Erlebte: Annemarie Krause, Konstanze Helber, Rosel Werl und Edda Schönherz.
„Der Saal war ständig mit interessierten Menschen, die etwas von unserem Schicksal erfahren wollten, überfüllt“, erinnert sich beispielsweise Edda Schönherz, die heute als Autorin, Zeitzeugenreferentin für politische Bildung unter anderem in der Gedenkstätte Hohenschönhausen-Berlin und im Förderverein Gedenkstätte Hoheneck aktiv ist.
Der Auftakt der „Schlössertour 2015“ von „Freie Presse“ hatte rund 2000 Besucher in das einstige Stollberger DDR-Frauengefängnis gelockt, die sich ein Bild von den Haftbedingungen machen wollten. Die nächste Station der „Schlössertour“ führt morgen auf Gut Neumark im Vogtland. (vh)

Erschienen in FREIE PRESSE, 26.7.2014
http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGEBIRGE/STOLLBERG/Grosses-Interesse-an-Schicksalen-artikel8918412.php


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21. Juni 2009

Ich freue mich, dass Sie hier in Zeiten des allgemeinen Desinteresses in Bezug auf DDR-Geschichte vorbeischauen. Sie gehören zu einer seltenen Spezies – Hut ab! 😉

Worum geht es auf diesen Seiten?

Juni 2004 in HoheneckPrimär möchte ich einen möglichst umfassenden Überblick über das Frauenzuchthaus Hoheneck in Stollberg geben. Dieses Frauenzuchthaus war ein berüchtigtes Gefängnis in der DDR, in dem bis zum Ende der DDR im November 1989 viele politische und andere Gefangene gelitten haben. Zwar gibt es schon die eine oder andere Webseite, aber das reicht mir nicht aus und je mehr darüber berichtet wird, umso besser ist es. Die Ewiggestrigen versuchen ohnehin alles tot zu schweigen oder veranstalten Ablenkungsmanöver, denen es, meiner Meinung nach, entgegenzutreten gilt.

Ich selbst kam mit 19 Jahren in eben dieses Zuchthaus – bin also bestens damit vertraut – und war insgesamt 21 Monate als politische Gefangene inhaftiert. In meinem Buch „Gefangen im Stasiknast: Tagebuch einer politischen Gefangenen im Frauenzuchthaus Hoheneck“ habe ich meine Erlebnisse veröffentlicht und verarbeitet.

Leider ist der öffentliche Diskurs und die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit in unserem Land sehr schleppend. Die Opfer sind in Vergessenheit geraten, die mutigen Demonstranten, die 1989 die Wende herbeiführten mehr oder weniger auch, und die Täter leben ungenannt und unbehelligt ein Leben in einem demokratischen System, das sie selbst nie zugelassen hätten. Auch darüber – über die Aufarbeitung der jüngeren Geschichte –  möchte ich in diesem Blog berichten.

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