Gedenkstätte Stollberg – Haftanstalt Hoheneck

4. September 2014

Die Gedenkstätte Stollberg – Haftanstalt Hoheneck hat ihr Interimsbüro im Verwaltungsgebäude der ehemaligen Haftanstalt Hoheneck eröffnet. Wir freuen uns, für Sie vor Ort präsent zu sein und Ihre Anfragen als Förderverein der Gedenkstätte entgegenzunehmen. Informationen zu Führungen, insbesondere zu diesbezüglichen Terminen, können Sie persönlich bzw. telefonisch im Büro der Gedenkstätte zu den Öffungszeiten erhalten. Außerhalb der Öffnungszeit kontaktieren Sie uns bitte über die Handy-Nummer. Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse und Ihre Anfragen.

Öffnungszeiten:

montags 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
freitags   14.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Tel. 037296-924168
Handy 0152-06268553

Ansprechpartnerin: Eva Werner


Grosses Interesse an Schicksalen

26. Juli 2014

Schloss Hoheneck: Berichte von Zeitzeugen gefragt

Stollberg. Die Kritik einer Besucherin aus Eibenstock, die während ihres Besuches auf Schloss Hohen-eck am vergangenen Sonntag die Möglichkeit des Kontaktes zu Zeitzeugen vermisst hatte, war unberechtigt. Denn zur Veranstaltung der „Schlössertour“ bestand durchaus die Möglichkeit, mit Menschen zu sprechen, die das frühere Frauengefängnis Hoheneck aus eigenem Erleben kennen. Vier ehemals politische Gefangene dieses Ortes standen den Besuchern im Kino- und Veranstaltungssaal den gesamten Tag Rede und Antwort über das Erlebte: Annemarie Krause, Konstanze Helber, Rosel Werl und Edda Schönherz.
„Der Saal war ständig mit interessierten Menschen, die etwas von unserem Schicksal erfahren wollten, überfüllt“, erinnert sich beispielsweise Edda Schönherz, die heute als Autorin, Zeitzeugenreferentin für politische Bildung unter anderem in der Gedenkstätte Hohenschönhausen-Berlin und im Förderverein Gedenkstätte Hoheneck aktiv ist.
Der Auftakt der „Schlössertour 2015“ von „Freie Presse“ hatte rund 2000 Besucher in das einstige Stollberger DDR-Frauengefängnis gelockt, die sich ein Bild von den Haftbedingungen machen wollten. Die nächste Station der „Schlössertour“ führt morgen auf Gut Neumark im Vogtland. (vh)

Erschienen in FREIE PRESSE, 26.7.2014
http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGEBIRGE/STOLLBERG/Grosses-Interesse-an-Schicksalen-artikel8918412.php


Offener Brief an den Bürgermeister der Stadt Stollberg

5. September 2013

Der Süddeutsche Freundeskreis der Hoheneckerinnen zeigt sich empört über das Verhalten des Stollberger Oberbürgermeisters Marcel Schmidt und des Stadtrats bezüglich der geplanten Nutzung des ehemaligen Gefängnisses und hat in einem offenen Brief den Bürgermeister und den Stadtrat aufgerufen, Stellung zu beziehen. Ursprünglich wurde den Opfern des DDR-Unrechts zugesagt, dass auf dem ehemaligen Gelände des DDR-Frauengefängnisses Hoheneck eine Gedenkstätte eingerichtet werden soll.  Dieser Beschluss wurde nun vom Oberbürgermeister und dem Stadtrat überraschend auf unbestimmte Zeit verschoben. Stattdessen soll ein Kinder-Mitmach-Museum am Ort des Unrechts entstehen.

Der genaue Wortlaut hier:  Offener Brief an den Stollberger Bürgermeister


DDR-Frauengefängnis Schloss Hoheneck wird saniert

15. August 2013

Das ehemalige Gefängnis Hoheneck in Stollberg im Erzgebirge steht für unmenschliche DDR-Frauenhaft. Künftig sollen dort Kinder in einer Erlebniswelt etwas über physikalisch-technische Vorgänge lernen.

Stollberg. Das ehemalige DDR-Frauengefängnis Hoheneck in Stollberg im Erzgebirge wird saniert. Zunächst werde im Herbst für rund 800.000 Euro die Dachkonstruktion über dem Zellenflügel erneuert, sagte ein Sprecher der Verwaltung am Dienstag. Die Kosten dafür übernehme das Land. In dem Gebäudekomplex neben einer später geplanten Haft-Gedenkstätte solle zunächst die interaktive Lern- und Erlebniswelt „Phänomenia“ untergebracht werden, sagte er und bestätigte damit Medienberichte zu der Entscheidung des Stadtrats.

Die Arbeiten dafür sollen ebenfalls im Herbst beginnen, sofern die vom Land zugesagten rund 3,7 Millionen Euro Fördermittel bis dahin fließen. Die Stadt steuere zu dem Projekt 933.000 Euro bei. Die Gestaltung des Komplexes einschließlich Gedenkstätte wird mit rund 5,7 Millionen Euro veranschlagt.

Das Gefängnis Hoheneck im Erzgebirge gilt als Synonym für eine DDR-Frauenhaft unter unmenschlichen Bedingungen. Das Gefängnis war 2001 geschlossen worden und wurde 2003 an die Artemis GmbH in Chemnitz verkauft, die daraus ein Hotel mit mehreren Restaurants machen wollte. Opferverbände waren empört, dass dort als Attraktion unter anderem auch Übernachtungen in den Haftzellen angeboten werden sollten. Daraufhin hatte der Investor von seinen Plänen wieder Abstand genommen. 2011 hatte der damalige Bundespräsident Christian Wulff das ehemalige Gefängnis besucht und angemahnt, dass an dem Ort würdiges Gedenken möglich sein müsse.

Die Stadt hatte die Anlage daraufhin erst im vergangenen Juli für 160.000 Euro von der Artmis wieder erworben. Allerdings hatte sie sich für den Fall, dass die erhofften Fördermittel bis Mai kommenden Jahres ausblieben, ein Rücktrittsrecht gesichert. (dpa)

Quelle: Sächsische Zeitung, 13.8. 2013


Weg für Gedenkstätte Hoheneck ist frei

24. Juli 2013

Stollberg. Der Weg für eine Gedenkstätte im ehemaligen DDR-Frauengefängnis Hoheneck in Stollberg im Erzgebirge ist frei. Die Stadt habe die Anlage für 160.000 Euro von der Chemnitzer Artmis GmbH gekauft, sagte ein Sprecher der Verwaltung am Montag und bestätigte eine Mitteilung des Fördervereins Hoheneck. Allerdings gebe es für den Fall, dass die erhofften Fördermittel für das Projekt ausblieben, bis Mai kommenden Jahres eine Rücktrittsklausel. Dem Sprecher zufolge soll in dem Gebäudekomplex neben der Gedenkstätte die interaktive Lern- und Erlebniswelt „Phänomenia“ untergebracht werden.

 

Das Gefängnis Hoheneck im Erzgebirge gilt als Synonym für DDR-Frauenhaft unter unmenschlichen Bedingungen. Viele Gefangene saßen aus politischen Gründen ein. 1974 war die Anstalt mit 1.612 Insassen belegt, die höchste je ermittelte Zahl, ein Drittel mehr als zugelassen. Das Gefängnis war 2001 geschlossen worden und wurde 2003 an die Artemis GmbH verkauft, die daraus ein Hotel mit mehreren Restaurants machen wollte. Opferverbände waren empört, dass dort als Attraktion unter anderem auch Übernachtungen in den Haftzellen angeboten werden sollten. Daraufhin hatte der Investor von seinen Plänen wieder Abstand genommen. 2011 hatte der damalige Bundespräsident Christian Wulff das ehemalige Gefängnis besucht und angemahnt, dass an dem Ort würdiges Gedenken möglich sein müsse. (dpa)

Quelle: SZ Online, 22. Juli 2013


Chemnitz: Gelder für Kaßbergknast geplant

10. Dezember 2012
Nun soll er doch entstehen, der Lern-und Gedenkort im ehemaligen Gefängnis auf dem Chemnitzer Kaßberg.

Die sächsische Regierungskoalition plant dafür im kommenden Doppelhaushalt Gelder im Umfang von insgesamt 900.000 Euro einzustellen.

Dafür soll in der ehemaligen Haftanstalt ein Ort entstehen, an dem der Opfer politischer Gewaltherrschaft in der DDR gedacht wird.

Ein Projekt, für das sich der Verein Lern-und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz schon lange engagiert.

Nun ist es auch der Wille der Regierungskoalition, einen angemessenen und offenen Gedenkort zur Bewahrung und Präsentation der Geschichte der größten Abschiebehaftanstalt der DDR sicherzustellen.

Investieren will der Freistaat aber auch in den noch aktiven Strafvollzug in Sachsen. Hier sind im nächsten Doppelhaushalt Millionen-Investitionen für Baumaßnahmen geplant, um Verbesserungen der baulichen Sicherheit zu erreichen.

Das betrifft vor allem die Justizvollzugsanstalten in Chemnitz, Bautzen und Torgau. Allein für Chemnitz sind dafür 7,7 Millionen Euro veranschlagt.

Daneben soll ein Neubau für den Offenen Vollzug mit einer Investitionssumme in Höhe von 6,7 Millionen Euro errichtet werden.

Quelle: www.sachsen-fernsehen.de

 


Hoheneck kann auf Förderung als Gedenkstätte hoffen

17. März 2012

Ehemaliges Frauengefängnis steht im Entwurf des neuen Gedenkstättengesetzes Sachsens

Stollberg. Am Freitag wird in Dresden der Entwurf des neuen sächsischen Gedenkstätten-Stiftungsgesetzes vorgestellt. Für Stollberg ist das ein guter Tag. Denn erstmals steht das einstige Frauengefängnis Hoheneck mit in der Liste der Gedenkstätten, die institutionell gefördert werden können.

Institutionelle Förderung heißt, dass die gesamte Einrichtung finanziell unterstützt wird. Wer nicht im Gesetz auftaucht, kann allenfalls eine Förderung für einzelne Projekte beantragen. „Wir freuen uns, dass Hoheneck im Entwurf steht. Das ist der erste Schritt hin zu finanzieller Unterstützung“, sagt Stollbergs Hauptamtsleiter Reiner Kunz.

Neben Hoheneck stehen noch fünf weitere Gedenkstätten neu in der Liste, darunter die ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR in Leipzig, das frühere Konzentrationslager Sachsenburg bei Frankenberg und die Gedenkstätte zu Ehren der Euthanasieopfer in Großschweidnitz. Das Gefängnis auf dem Chemnitzer Kaßberg, eine Drehscheibe des Freikaufs politischer Häftlinge aus der DDR, steht dagegen nicht darauf.

Die Erwähnung im Entwurf bedeutet für Hoheneck aber nicht zwingend eine Förderung. „Das ist kein Automatismus“, sagt Siegfried Reiprich, Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Zunächst müssten ein tragfähiges Konzept und eine gesicherte Gesamtfinanzierung vorgelegt werden. Das Konzept setze auch einen leistungsfähigen Trägerverein voraus, heißt es im Gesetzentwurf, der von CDU, FDP, SPD und Bündnis 90/Grüne unterstützt wird..

Die Verhandlungen über ein breites Bündnis von Stadt, Frauenkreis der Hoheneckerinnen, Investor und weiteren Partnern laufen bereits. „Es wird beabsichtigt, einen neuen Förderverein zu gründen“, sagt Kunz. Einzelheiten könnten aber noch nicht mitgeteilt werden.

Im September des vergangenen Jahres war bereits ein erstes Konzept für die weitere Nutzung von Schloss Hoheneck vorgelegt worden. Dieses sieht eine Mischnutzung mit Gedenkstätte, Übernachtung und Freizeittreff vor. Damit würde auch den Interessen des saarländischen Schlosseigentümers Bernhard Freiberger Rechnung getragen. „In Hoheneck herrscht eine besondere Situation. Gegen die Interessen des Investors geht nichts“, sagt Stiftungs-Geschäftsführer Reiprich.

Auch der Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck hat Ende vergangenen Jahres ein Konzept vorgestellt. „Den Gesetzentwurf sehen wir als Fortschritt“, sagt die Vorsitzende und ehemalige Hoheneck-Insassin Tatjana Sterneberg.

Quelle: FREIE PRESSE / Sascha Wittich, 15.3.2012