Torturen, die das ganze Leben prägen

11. November 2013

Ihr neues Buch „Wo sind die Toten von Hoheneck?“ hat Ellen Thiemann kürzlich in der Kreisvolkshochschule Hildburghausen vorgestellt. Lebendig und nachvollziehbar berichtete die Journalistin von den Torturen, die viele Frauen im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck versehrt haben.

Quelle: FW, 11. 11.2013. Ganzer Artikel hier


Ellen Thiemann mit neuem Buch auf der Leipziger Buchmesse

9. März 2013
CCE08032013_00000Am 15. März 2013 wird Ellen Thiemann mit ihrem neuen Buch „Wo sind die Toten von Hoheneck? Neue Enthüllungen über das berüchtigte Frauenzuchthaus der DDR“ auf der Leipziger Buchmesse präsent sein. Ebenfalls am 15. März findet um 19 Uhr in der Gedenkstätte „Museum in der Runden Ecke“, Dittrichring 24, 04109 Leipzig, die Vorstellung des neuen Buches statt.

Am 18. März ist anläßlich der Brandenburger Frauenwoche um 20 Uhr eine Lesung/Vortrag bei Prima Donna, Frauen Kultur & Bildung, Schiffbauergasse 4H in Potsdam angesetzt.

Am 4. Mai 2013 findet um 15.30 Uhr im Bürgerbegegnungszentrum „das dürer“, Albrecht-Dürer-Str. 85, 09366 Stollberg, auf Einladung der Frauen Union Erzgebirge, eine weitere Veranstaltung zum neuen Buch statt.

Herzliche Einladung an alle Interessierten!


Wo sind die Toten von Hoheneck? – Neues Buch von Ellen Thiemann

10. Februar 2013

„Ihr Delikt kommt gleich nach Massenmord“, nahm man Ellen Thiemann im Gefängnis in Empfang. Verurteilt worden war sie für versuchte Republikflucht. Zwei Jahre lang ging  sie durch die Hölle von Hoheneck. Sie erlebte mit, wie verzweifelte Strafgefangene  Suizid begingen, und ertrug selbst grausame Folterungen. Sie schildert, wie Müttern die Kinder durch Zwangsadoptionen entrissen und Inhaftierte durch verordneten Missbrauch von Psychopharmaka ruhiggestellt wurden. Noch nach dem Mauerfall erlitten einstige Gefangene Repressionen durch die Stasi, deren Funktionäre bis heute wichtige Positionen in unserer Gesellschaft bekleiden und aus Selbstschutz die Opfer von früher angreifen. Die Journalistin hört nicht auf, die Verbrechen der DDR-Diktatur anzuprangern.

Quelle: Herbig Verlag


Interview

23. Mai 2011

Gefangen in der DDR

Interview mit Ellen Thiemann und Ingeborg Linke. Ein Beitrag von Julia Möckl

Die Ellen Thiemann und Ingeborg Linke stehen nebeneinander vor einer Plakatwand.Burg Hoheneck thront wie eine Festung über der Stadt Stollberg im sächsischen Erzgebirge. In der DDR wurde die Burg zum größten Frauengefängnis der DDR. Ein großer Teil der Frauen wurde aus politischen Gründen gefangen gehalten.

„Mörderinnen sind mir lieber als Sie“ – so wurde Ingeborg Linke begrüßt, als sie in Hoheneck ankam. Die Hierarchien waren von Anfang an klar: Kriminelle standen über den politischen Gefangenen, die als „Staatsverbrecher“ betitelt wurden.

25 Jahre für angebliche Spionage

Frauen wie Ingeborg Linke bildeten die erste Generation der Hoheneckerinnen. Zusammen mit ihr kamen 1950 über 1000 Frauen nach Hoheneck, die Ende der 40er Jahre noch vor sowjetischen Militärtribunalen in der SBZ angeklagt wurden. Ingeborg Linke wurde wegen angeblicher Spionage zu 25 Jahren verurteilt. Einen Verteidiger bekam sie nicht – der Prozess war eine Farce. Wie Ingeborg Linke landeten in dieser Zeit auch viele andere Frauen unschuldig im Gefängnis.

Republikflüchtlinge und „Bodenschläfer“

Später kamen vor allem Frauen nach Hoheneck, die wegen versuchter Republikflucht von DDR-Gerichten zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Eine davon war Ellen Thiemann. Sie war Mitte der 70er Jahre inhaftiert, einer Phase, in der das Gefängnis Hoheneck deutlich überbelegt war: Im Mai 1974 waren über 1.600 Frauen in Hoheneck inhaftiert – ausgelegt war das Gefängnis für etwa 600. Zwischen den Stockbetten in den Zellen schliefen sogenannte „Bodenschläfer“.

Schlechte Verpflegung und Kellerarrest

Schlafplätze, Verpflegung, Sanitäranlagen – in Hoheneck fehlte es an allem. Auch die Freizeitgestaltung war streng reglementiert: Ingeborg Linke hat in den 5 Jahren, die sie in Hoheneck verbracht hat, nur ein einziges Buch gelesen. Ellen Thiemann erinnert sich, dass es verboten war, zu singen oder Fremdsprachen zu üben. Hinzu kamen Demütigungen und Schikanierungen: Wer aufbegehrte, wurde bestraft – durfte eine Zeit lang keinen Besuch mehr empfangen, kam in Isolationshaft oder musste in den Kellerarrest.

Hier klicken, um das Interview anzuhören: „Gefangen in der DDR“