Besonderer Fokus auf Frauenhaftanstalt

8. Dezember 2013

 

Schloss Hoheneck ist jetzt einer von bisher sechs „Politischen Orten“ in Sachsen. Schlussendlich möchte die Landeszentrale für politische Bildung zwanzig Örtlichkeiten auszeichnen.Stollberg. Schloss Hoheneck nimmt im Stollberger Stadtbild eine exponierte Position ein. Der Förderverein „Gedenkstätte Stollberg – Frauenhaftanstalt Hoheneck“ und die Stadt leiten einiges in die Wege, damit dies auch im allgemeinen Bewusstsein so ist. Rückenwind gibt es jetzt von der Landeszentrale für politische Bildung, die Hoheneck nun als „Politischen Ort“ ausgezeichnet hat. „Politische Orte sind Orte, an denen sich Geschichte ereignet hat; aber auch solche, wo Menschen zu Opfern oder Tätern geworden sind“, erläutert Henry Krause von der Landeszentrale für politische Bildung.“

Oberbürgermeister Marcel Schmidt betont gestern bei der Verleihung, dass der Staat gerade in Hoheneck versucht habe, diesen Ort möglichst unpolitisch zu halten. „Die inhaftierten Frauen haben trotzdem ihre Gesinnung behalten“, stellt Schmidt klar. Eine der ehemals Inhaftierten ist Rosel Werl, die gestern mahnt: „Hier wird an politische Gefangenschaft in zwei Gewaltherrschaften erinnert.“ Werl motiviert speziell die Jugend, diese Erinnerung nicht sterben zu lassen. Das Thema Frauenhaftanstalt ist in Teilen der Jugend durchaus präsent. So stellten gestern Jugendliche insgesamt drei Projekte vor, die sich mit der Geschichte Hohenecks beschäftigen.

Landrat Frank Vogel spricht zwar nicht direkt die Jugendlichen an, dürfte sich aber über deren Engagement trotzdem freuen. Denn seine Forderung ist eindeutig: „Das Geschehene darf nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb müssen wir jetzt die Chance nutzen, Hoheneck als Gedenkstätte zu etablieren.“ Es sei wichtig, das dieser Ort auch zukünftig zugänglich sei. Genau das ist die Absicht von Förderverein und Stadt.

Die Landeszentrale hat bei ihren Bemühungen gerade auch kleinere Städte abseits der Zentren im Blick. Die Entscheidung für Hoheneck ist den Verantwortlichen der Landeszentrale dabei nicht sonderlich schwer gefallen. „Schließlich ist dies nicht irgendeine Liegenschaft, nicht irgendein Gefängnis“, betont Krause, der sich allerdings über die Resonanz aus dem Erzgebirgskreis etwas enttäuscht zeigte. Insgesamt waren nur vier Bewerbungen bei der Landeszentrale eingegangen.

„Unser Ziel ist es, pro Landkreis jeweils zwei Orte auszuzeichnen“, sagt Krause. Neben Hoheneck ist das im Erzgebirgskreis die Magister-Georg-Körner-Gesellschaft in Bockau als deutsch-tschechisches Begegnungszentrum. Mit der Auszeichnung möchte die Landeszentrale vor allem auch die ehrenamtliche Arbeit vor Ort stützen. „Wir bieten unsere Zusammenarbeit bei gemeinsamen Veranstaltungen an“, sagt Krause. Ganz nebenbei gibt es auch 2000 Euro. „Das Geld haben wir eingeplant, um für die künftige Gedenkstätte eine Video- und Audioanlage anzuschaffen“, sagt Vereinsvorsitzender Dietrich Hamann.

Freie Presse, erschienen am 28.11.2013 ( Von Björn Josten )

Chemnitzer Schüler gewinnen Geschichtspreis des Bundespräsidenten

13. November 2013

Wie lebt es sich in Nachbarschaft eines Symbols des Unrechts im DDR-Regime? Dieser Frage gingen Chemnitzer Gymnasiasten im Fall des früheren Frauengefängnisses Hoheneck nach. Vom Bundespräsidenten werden sie dafür jetzt ausgezeichnet.

Berlin/Dresden. Mit ihrer Arbeit über das DDR-Frauengefängnis Hoheneck haben drei Schüler aus Chemnitz einen ersten Preis beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten gewonnen. Wie das sächsische Kultusministerium in Dresden mitteilte, werden die drei jungen Männer aus dem 11. Jahrgang des Gymnasiums Einsiedel für ihre Untersuchungen zu den Nachbarschaftsbeziehungen der früheren Strafanstalt in Stollberg im Erzgebirge ausgezeichnet.

Gesamter Artikel hier: Sächsische Zeitung, 13. November 2013


Torturen, die das ganze Leben prägen

11. November 2013

Ihr neues Buch „Wo sind die Toten von Hoheneck?“ hat Ellen Thiemann kürzlich in der Kreisvolkshochschule Hildburghausen vorgestellt. Lebendig und nachvollziehbar berichtete die Journalistin von den Torturen, die viele Frauen im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck versehrt haben.

Quelle: FW, 11. 11.2013. Ganzer Artikel hier


Stollberger Jugendliche zeigen Hoheneck-Projekt im Landtag

11. November 2013

Der Selbsthilfe-Jugendtreff Pink Panther beteiligt sich in diesem Jahr erstmals am Jugendprogramm „Zeitensprünge“. Entstanden ist unter anderem ein Kurzfilm.

Stollberg. Sechs Jugendliche im Alter zwischen zehn und 13 Jahren haben sich seit April mit der Historie Hohenecks beschäftigt. Seither sind Fotos, Objekte, ein Flyer mit Fakten zum Gefängnis und ein Film entstanden. Der Start des Projektes verlief eher zäh. Als Projektleiterin Anja Friedrich interessierte Jugendliche für die Geschichtsaufarbeitung suchte, war die Resonanz verhalten. Sechs Schüler ließen sich begeistern. Sie erlebten im vergangenen halben Jahr, wie das vermeintlich trockene Thema zunehmend an Dynamik gewann.

Quelle: Freie Presse, 14.11.2013


Ausstellung im Rathaus der Stadt Pforzheim

27. September 2013

Portraits von Frauen, die unter unwürdigen Bedingungen über Jahre im berüchtigten DDR-Frauengefängnis Hoheneck eingesperrt waren, sind derzeit im Rathaus Pforzheim zu sehen. Die Ausstellung ist ein weiterer Zwischenstop der Wanderausstellung, die anlässlich der Veröffentlichung des Buches „Hoheneck – Ein dunkler Ort“ von Maggie Riepl & Dirk von Nayhauss durch  Deutschland reist und an verschiedenen Orten zu sehen ist.

Artikel: Pforzheimer Kurier, 27. September 2013


Tag des offenen Denkmals: Hoheneck lässt Besucher schaudern

9. September 2013

Hunderte Besucher strömen am Tag des offenen Denkmals in die ehemalige Frauenhaftanstalt. Die Veranstalter haben mit deutlich weniger Andrang gerechnet und müssen improvisieren.

Stollberg. Der Putz bröckelt von den Wänden, der Fußboden gammelt vor sich hin und in den Nasszellen macht sich ungebremst der Schimmel breit. Kurzum: Das Gebäude ist dem Verfall ausgeliefert. Trotz alledem hat der Bau weitaus düsterere Zeiten erlebt. Unter anderem als Frauenhaftanstalt zu DDR-Zeiten. Eines ist in Hoheneck jedoch noch intakt: Die beklemmende Aura des ehemaligen Zuchthauses.

Mehr lesen: Freie Presse, 9.9.2013 (Björn Josten)


Offener Brief an den Bürgermeister der Stadt Stollberg

5. September 2013

Der Süddeutsche Freundeskreis der Hoheneckerinnen zeigt sich empört über das Verhalten des Stollberger Oberbürgermeisters Marcel Schmidt und des Stadtrats bezüglich der geplanten Nutzung des ehemaligen Gefängnisses und hat in einem offenen Brief den Bürgermeister und den Stadtrat aufgerufen, Stellung zu beziehen. Ursprünglich wurde den Opfern des DDR-Unrechts zugesagt, dass auf dem ehemaligen Gelände des DDR-Frauengefängnisses Hoheneck eine Gedenkstätte eingerichtet werden soll.  Dieser Beschluss wurde nun vom Oberbürgermeister und dem Stadtrat überraschend auf unbestimmte Zeit verschoben. Stattdessen soll ein Kinder-Mitmach-Museum am Ort des Unrechts entstehen.

Der genaue Wortlaut hier:  Offener Brief an den Stollberger Bürgermeister