Wulff besucht Frauengefängnis Hoheneck

13. Mai 2011

Der Bundespräsident hat sich Zeit für ein umfangreiches Programm genommen

Stollberg (dapd-lsc). Bundespräsident Christian Wulff hat am Freitag das ehemalige Frauengefängnis Hoheneck in Stollberg besucht. Er folgte einer Einladung des Frauenkreises der ehemaligen Hoheneckerinnen, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Wulff, die sächsische Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) und Vertreter von Opferverbänden legten am Gedenkstein für die politisch Inhaftierten vor dem Gefängnis Kränze nieder.

Die Kränze wurden getragen von Stollberger Gymnasiasten, die sich im Schulunterricht mit der Geschichte von Hoheneck beschäftigt hatten. Wulff bedankte sich bei ihrer Schulleiterin für dieses Engagement.

Anschließend konnte sich der Präsident bei einem Rundgang durch das Gefängnis ein Bild davon machen, unter welchen Bedingungen die Frauen zu DDR-Zeiten inhaftiert waren. In Hoheneck saßen neben Mörderinnen, Schwer- und Kleinkriminellen auch wegen Fluchtversuchen in den Westen oder anderen politischen Delikten verurteilte Frauen. Dunkel- und Nasszellen sowie Arbeitsräume sind weitgehend original erhalten. Das Gefängnis wurde noch bis zum Jahr 2001 für den Justizvollzug genutzt.

Bei einem Festakt mit einer Ansprache von Wulff sollte am Nachmittag ein neuer Dokumentarfilm über die Frauen von Hoheneck erstmals gezeigt werden. Zum Abschluss des Besuchs ist die Eintragung des Bundespräsidenten in das Goldene Buch der Stadt Stollberg und des Erzgebirgskreises geplant.

Quelle: dapd /Freie Presse, 13.05.2011

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