Gedenkstätte Stollberg – Haftanstalt Hoheneck

4. September 2014

Die Gedenkstätte Stollberg – Haftanstalt Hoheneck hat ihr Interimsbüro im Verwaltungsgebäude der ehemaligen Haftanstalt Hoheneck eröffnet. Wir freuen uns, für Sie vor Ort präsent zu sein und Ihre Anfragen als Förderverein der Gedenkstätte entgegenzunehmen. Informationen zu Führungen, insbesondere zu diesbezüglichen Terminen, können Sie persönlich bzw. telefonisch im Büro der Gedenkstätte zu den Öffungszeiten erhalten. Außerhalb der Öffnungszeit kontaktieren Sie uns bitte über die Handy-Nummer. Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse und Ihre Anfragen.

Öffnungszeiten:

montags 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
freitags   14.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Tel. 037296-924168
Handy 0152-06268553

Ansprechpartnerin: Eva Werner

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Von der Stasi gedemütigt und eingesperrt: Ehemalige Moderatorin des DDR-Fernsehens, Edda Schönherz

3. Dezember 2013

Ochtendung – „Sie sind wieder obenauf!“ – Gemeint sind die Stasi-Leute, die Edda Schönherz und ihre Leidensgenossinnen im DDR-Frauengefängnis demütigten und terrorisierten, weil sie, wie sie sagt, von Deutschland nach Deutschland wollte.

Die ehemalige Ansagerin und Moderatorin des DDR-Fernsehens sprach im Ochtendunger Hotel Arosa auf Einladung von Daniel Schnack, dem Vorsitzender der Jungen Union Maifeld. Ihre Schilderung der Verhöre in Berlin-Hohenschönhausen und der Verhältnisse im berüchtigten Stasi-Frauengefängnis von Hoheneck schockierte die Zuhörer.

„Ich will die Aufarbeitung unserer Geschichte, nicht eine Hatz auf Stasi-Leute“, versicherte die 69-Jährige. Sie beklagte: „Die Männer, die mir im Zuchthaus gegenüber saßen, haben kein Rückgrat.“ Heute führten sie mittelständische Unternehmen, seien Vorstandvorsitzende, besäßen Hotels. Edda Schönherz mahnte: „Stasi-Leute in der Regierung sind ein Schlag ins Gesicht des ganzen deutschen Volkes.“

Sie hat ihre persönliche Geschichte in einem Buch festgehalten. Was war der Anlass für ihre Inhaftierung? Schönherz erkundigte sich während eines Urlaubs mit ihren Kindern in Budapest bei den Botschaften der Bundesrepublik und den USA nach Möglichkeiten, um die DDR zu verlassen. Weil die Botschaften von der Stasi observiert wurden, hat man sie später festgenommen und zur Untersuchungshaft nach Hohenschönhausen gebracht. Dort wurde mit psychischem Druck gearbeitet. Stets beobachtet durch eine Klappe, wurde sie am Schlafen gehindert und von einem Mann bei einer körperlichen Untersuchung gedemütigt. Eine strafbare Handlung konnte man ihr nicht nachweisen. Dennoch wurde sie „wegen staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme“ und „Vorbereitung eines ungesetzlichen Grenzübertritts“ zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie landete im berüchtigten Frauenzuchthaus Hoheneck.

Die Täter, so die Autorin, beziehen heute hohe Pensionen, ihre Bezüge seien den Offizieren der Bundeswehr angeglichen. „Und die Leute, die als Häftlinge fertig gemacht wurden, bekommen eine Armutsrente.“

Ob sie jetzt noch immer bedrängt werde, will ein Zuhörer wissen. Schönherz: „Nein, bisher habe ich davon noch nichts gemerkt.“ Die Autorin erinnert an die Organisation der Stasi: „Sie umfasste 92 000 feste Mitarbeiter und 460 000 inoffizielle Mitarbeiter bei einer Bevölkerung von 16 Millionen Menschen.“ Bis 1977 blieb die Autorin in Staatsgewahrsam. Zwei Jahre später konnte sie mit ihren Kindern ausreisen. 20 Jahre arbeitete sie als Moderatorin beim Bayerischen Rundfunk. Heute ist sie als Zeitzeugenreferentin für politische Bildung tätig und führt Besucher in der Gedenkstätte Hohenschönhausen.

Quelle: Rhein Zeitung, Heinz Israel, 3.12.2013


Wir trauern um unsere Kameradin Petra Koch

26. Februar 2013

PETRA KOCH

* 15.01.1960 Meiningen/Thür.

† 21.02.2013 Marbach b/Stuttgart

Berlin, 26.02.2013/cw – „Unsere Kameradin Petra Koch ist tot. Sie wurde von ihrer Schwester am vergangenen Donnerstag tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Petra wurde 53 Jahre alt.„Sie wollten unsere Persönlichkeit brechen, das war das erklärte Ziel. Doch mein Glaube hat mir geholfen.“ (Petra Koch in „Der Dunkle Ort“, be-bra-Verlag 2012, Seite 94). Ein Bekenntnis, das wohl über ihrem Leben stand. Wir werden sie als sensiblen, liebevollen Menschen in Erinnerung behalten. Wer sie kannte, bemerkte, dass sie mit ihrer Meinung nicht hinter den Berg halten konnte, geradeaus, ohne Kurven und Schleifen.“

Quelle & Nachruf: http://17juni1953.wordpress.com


Denunziantenpartei

8. Februar 2010

Gesehen bei SPIEGEL ONLINE: Die Denunziantenpartei – Stasispitzel überall

Sehr interessantes Video: HIER


„Überdurchschnittliches Interesse“ an Hoheneck

3. Januar 2010

Aus der Stollberger Zeitung:

Gerüst am Hohenecker Westflügel

Sicherungsinvestition im ältesten Teil des früheren Frauengefängnisses – Einträgliche Nutzung bleibt ein Problem

Erst Grenzfeste Staleburg, dann königliches Jagdschloss, später Gefängnis und nun ein Ensemble von fragwürdigem Nutzwert: Als Gedächtnisort bleibt Schloss Hoheneck bedeutsam, und der Faszination des Schlossensembles können sich Stollberg-Besucher nicht entziehen.
Foto: Andreas Tannert

Stollberg. Zur Sicherung der Gebäudesubstanz von Schloss Hoheneck ist die Fassade des Westflügels derzeit eingerüstet. Nach wie vor finden in dem einstigen Frauengefängnis auf Anfrage Führungen statt. Der private Gebäudeeigentümer, die Chemnitzer Firma Artemis des Unternehmers Bernhard Freiberger, registriert wegen des 20-jährigen Wendejubiläums ein überdurchschnittliches Interesse.

Ende voriger Woche besichtigten frühere politische Gefangene des Hohenecker Frauenkreises den wuchtigen Komplex. Die Frauen hielten ihr jährliches Treffen in Stollberg ab.

Ein umfassendes Nutzungskonzept für das Schloss ist noch nicht in Sicht, sagte am Montag Jens Franz, Mitarbeiter von Artemis. Die gesamtwirtschaftliche Lage wirke sich nicht begünstigend aus. Allerdings werbe Artemis weiterhin um Partner für Investitionen, öffne den Ort für Führungen und führe Sicherungsmaßnahmen an den Gebäuden durch. So sei das beschädigte Dach des Westflügels, in das es hineinregnete, erneuert worden. Da nun das Gerüst einmal stehe, würden offene Putzstellen an der Fassade ausgebessert, sagte Franz, der das Investitionsvolumen auf 70.000 Euro bezifferte.

Nach Angaben von Artemis werden pro Monat im Schnitt etwa vier Führungen nachgefragt, jede Gruppe mit 20 bis 30 Leuten. Es kommen Betroffene, Touristen, Schulklassen, im Jahr rund 1200 Leute. Dabei merke man deutlich, wie die Herstellung und Ausstrahlung von Fernsehfilmen oder eine anderweitige Präsenz des Themas in den Medien zu einem steigenden Interesse führe, so Jens Franz.

Der westliche Flügel, an dessen Außenfront jetzt weithin sichtbar die Gerüste stehen, ist der älteste Teil des Gebäudekomplexes. Hier lagen Zellen auf vier Etagen, darunter Großraumzellen für 48 Häftlinge in der Zeit der Nutzung als Frauengefängnis. Eine Besonderheit verbirgt sich im Obergeschoss: ein Kirchensaal mit Orgel. Zu DDR-Zeiten verschwand das Instrument hinter einer Mauer, und der Saal wurde zu Kinovorführungen genutzt.

Ein 1914 von einem Insassen gemaltes Altarbild, das Jesus umringt von Häftlingen zeigt, musste 1956 von der Wand genommen werden. Es befindet sich heute in der Stollberger Stadtbibliothek am Schillerplatz, wo auch eine Dauerausstellung zum Hohenecker Frauengefängnis zu sehen ist. Stadtratsmitglied Theo Schreckenbach, der Gruppen durch den Schlosskomplex führt, pflegt auf den Blick von dort oben hinzuweisen: „Für Häftlinge, deren Zellen zum Innenhof hinausgingen, bot dieser Saal eine seltene Aussicht nach draußen.“ Der Blick umfasst von hier den Stollberger Süden und Mitteldorf.

Das Hohenecker Gefängnis, in dem nach der Wende auch Männer einsaßen, war im April 2001 geschlossen worden. 2002 wurde das Ensemble an Bernhard Freiberger verkauft, der einen Freizeit-/Erholungskomplex daraus machen wollte.

(Von Ronny Schilder/Erschienen am 05.10.2009)


Aufklärung

14. September 2009

„Nur wer die Vergangenheit kennt und begreift, kann sich besser gegen neue totalitäre Ideologien wehren.“

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (67) lobt die Mauer-Dokumentation am U-Bahnhof Brandenburger Tor in Berlin als zentralen Informationsort. „Dem Versuch der Ostalgie und Bagatellisierung des DDR-Unrechts muss deshalb gerade durch Aufklärung entschieden und immer wieder entgegengetreten werden.“

Quelle: dpa