Gedenkstätte: Weitere Sanierung von Schloss Hoheneck

10. Januar 2014

Der Weg für die Gedenkstätte im ehemaligen Frauengefängnis im sächsischen Stollberg ist frei. Innenminister Markus Ulbig (CDU) übergab am Dienstag einen Fördermittelbescheid über 625.000 Euro. Wie das Ministerium in Dresden mitteilte, ist das Geld für die Sanierung des Westflügels des früheren Schlosses Hoheneck bei Chemnitz bestimmt. Dort soll die Gedenkstätte entstehen. Die Förderung begründete Ulbig damit, dass Städte eine „lebendige Geschichte zeigen“ müssten. Auch das sei Heimat.

Gedenkstätte für Opfer von DDR-Unrecht

Schloss Hoheneck wurde von 1886 bis 2001 als Frauengefängnis genutzt und steht seitdem leer. Nach der Sanierung ist eine Nutzung als Gedenkstätte und als Museum für die interaktive Lern- und Erlebniswelt „Phänomenia“ vorgesehen. In den ersten beiden Bauabschnitten konnten bereits der Nordflügel saniert und der Südflügel gesichert werden. Die neuen Fördermittel sind nun für die Sanierung des Westflügels des Schlosses bestimmt, in dem die Gedenkstätte Hoheneck ihren Platz haben soll.

Katastrophale Haftbedingungen

Das Stollberger Schloss war das größte Frauengefängnis der DDR und für seine katastrophalen Haftbedingungen bekannt. Der Name Hoheneck wurde zum Synonym für die aus politischen Gründen inhaftierten Frauen in der DDR. Genaue Zahlen der Inhaftierten sind nicht bekannt. Schätzungen gehen von mehreren Tausend aus. Es gab Zellen für Isolations- sowie Dunkelhaft. Das Gebäude steht auf den Grundmauern eines Jagdschlosses aus dem 16. Jahrhundert, das wiederum auf den Ruinen einer mittelalterlichen Grenzfeste errichtet wurde. Die wahrscheinlich um 1200 erbaute sogenannte Staleburg gab dem Ort Stollberg den Namen.

10. Januar 2014, Quelle: MDR

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