Hoheneck kann auf Förderung als Gedenkstätte hoffen

Ehemaliges Frauengefängnis steht im Entwurf des neuen Gedenkstättengesetzes Sachsens

Stollberg. Am Freitag wird in Dresden der Entwurf des neuen sächsischen Gedenkstätten-Stiftungsgesetzes vorgestellt. Für Stollberg ist das ein guter Tag. Denn erstmals steht das einstige Frauengefängnis Hoheneck mit in der Liste der Gedenkstätten, die institutionell gefördert werden können.

Institutionelle Förderung heißt, dass die gesamte Einrichtung finanziell unterstützt wird. Wer nicht im Gesetz auftaucht, kann allenfalls eine Förderung für einzelne Projekte beantragen. „Wir freuen uns, dass Hoheneck im Entwurf steht. Das ist der erste Schritt hin zu finanzieller Unterstützung“, sagt Stollbergs Hauptamtsleiter Reiner Kunz.

Neben Hoheneck stehen noch fünf weitere Gedenkstätten neu in der Liste, darunter die ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR in Leipzig, das frühere Konzentrationslager Sachsenburg bei Frankenberg und die Gedenkstätte zu Ehren der Euthanasieopfer in Großschweidnitz. Das Gefängnis auf dem Chemnitzer Kaßberg, eine Drehscheibe des Freikaufs politischer Häftlinge aus der DDR, steht dagegen nicht darauf.

Die Erwähnung im Entwurf bedeutet für Hoheneck aber nicht zwingend eine Förderung. „Das ist kein Automatismus“, sagt Siegfried Reiprich, Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Zunächst müssten ein tragfähiges Konzept und eine gesicherte Gesamtfinanzierung vorgelegt werden. Das Konzept setze auch einen leistungsfähigen Trägerverein voraus, heißt es im Gesetzentwurf, der von CDU, FDP, SPD und Bündnis 90/Grüne unterstützt wird..

Die Verhandlungen über ein breites Bündnis von Stadt, Frauenkreis der Hoheneckerinnen, Investor und weiteren Partnern laufen bereits. „Es wird beabsichtigt, einen neuen Förderverein zu gründen“, sagt Kunz. Einzelheiten könnten aber noch nicht mitgeteilt werden.

Im September des vergangenen Jahres war bereits ein erstes Konzept für die weitere Nutzung von Schloss Hoheneck vorgelegt worden. Dieses sieht eine Mischnutzung mit Gedenkstätte, Übernachtung und Freizeittreff vor. Damit würde auch den Interessen des saarländischen Schlosseigentümers Bernhard Freiberger Rechnung getragen. „In Hoheneck herrscht eine besondere Situation. Gegen die Interessen des Investors geht nichts“, sagt Stiftungs-Geschäftsführer Reiprich.

Auch der Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck hat Ende vergangenen Jahres ein Konzept vorgestellt. „Den Gesetzentwurf sehen wir als Fortschritt“, sagt die Vorsitzende und ehemalige Hoheneck-Insassin Tatjana Sterneberg.

Quelle: FREIE PRESSE / Sascha Wittich, 15.3.2012

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