Interview mit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte

Birgit Schlicke, eine ehemalige politische Gefangene der DDR im Interview über die Zustände im Frauenzuchthaus Hoheneck.

IGFM: Sie waren in der DDR als politische Gefangene fast zwei Jahre u.a. im berüchtigten Frauenzuchthaus Hoheneck inhaftiert. Wie kam es dazu? Gab es schon vor der Verhaftung Repressalien?

Birgit Schlicke: 1985 hatte meine Familie einen Ausreiseantrag gestellt, auf Grund dessen wurde unsere gesamte Familie massiv diskriminiert. Nachdem ich mich geweigert hatte, mich von meiner Familie loszusagen, wurde ich nach der 11. Klasse von der Schule geworfen. Die Begründung lautete, dass es „für die DDR nicht mehr ökonomisch sei“ mich weiterhin auszubilden. Ich hatte also Bildungsverbot, gleichzeitig wurde mir eine Lehrstelle verweigert, so dass ich arbeitslos war. Arbeitslose gab es aber offiziell in der DDR nicht. Wenn wir uns in Beschwerdebriefen an die Regierung und die zuständigen Behörden entsprechend äußerten, verwarnte man uns sofort mit Hinweis auf den Paragraphen 106 („Staatsfeindliche Hetze“) und es wurde Inhaftierung angedroht.

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