Herzlich Willkommen!

Ich freue mich, dass Sie hier in Zeiten des allgemeinen Desinteresses in Bezug auf DDR-Geschichte vorbeischauen. Sie gehören zu einer seltenen Spezies – Hut ab! 😉

Worum geht es auf diesen Seiten?

Juni 2004 in HoheneckPrimär möchte ich einen möglichst umfassenden Überblick über das Frauenzuchthaus Hoheneck in Stollberg geben. Dieses Frauenzuchthaus war ein berüchtigtes Gefängnis in der DDR, in dem bis zum Ende der DDR im November 1989 viele politische und andere Gefangene gelitten haben. Zwar gibt es schon die eine oder andere Webseite, aber das reicht mir nicht aus und je mehr darüber berichtet wird, umso besser ist es. Die Ewiggestrigen versuchen ohnehin alles tot zu schweigen oder veranstalten Ablenkungsmanöver, denen es, meiner Meinung nach, entgegenzutreten gilt.

Ich selbst kam mit 19 Jahren in eben dieses Zuchthaus – bin also bestens damit vertraut – und war insgesamt 21 Monate als politische Gefangene inhaftiert. In meinem Buch „Gefangen im Stasiknast: Tagebuch einer politischen Gefangenen im Frauenzuchthaus Hoheneck“ habe ich meine Erlebnisse veröffentlicht und verarbeitet.

Leider ist der öffentliche Diskurs und die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit in unserem Land sehr schleppend. Die Opfer sind in Vergessenheit geraten, die mutigen Demonstranten, die 1989 die Wende herbeiführten mehr oder weniger auch, und die Täter leben ungenannt und unbehelligt ein Leben in einem demokratischen System, das sie selbst nie zugelassen hätten. Auch darüber – über die Aufarbeitung der jüngeren Geschichte –  möchte ich in diesem Blog berichten.

Willkommen

Ich lade Sie herzlich ein, sich ausgiebig zu informieren, Fragen zu stellen und Kommentare abzugeben.

Danke für Ihren Besuch!

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11 Responses to Herzlich Willkommen!

  1. Tanja sagt:

    Eine sehr gute Idee eine Website zum Unrechtsstaat DDR ins Leben zu rufen. Ich wünsche Dir einen konstruktiven und anregenden Austausch mit allen Interessierten, die hier gelandet sind.
    Viele Grüße, Tanja

    • hoheneck sagt:

      Tanja, danke für deinen Kommentar! Ich hoffe du beteiligst dich hin und wieder am Austausch… Liebe Grüße, Birgit

  2. Sabine sagt:

    Habe heute auf dieser Seite ein Video von Hoheneck angeschaut.Seit dem weine ich ohne Pause, es kam nach 36. Jahren alles wieder hoch. Ich war 1973 – 1974 in Haft, es war schrecklich für mich mit
    15.Jahren da drin zu sein.Habe seit der Entlassung täglich wechselnde Schmerzen am ganzen Körper.
    Vielleicht ist es gut für mich, nach dieser langen Zeit mich damit auseinander zu setzen.Bin seit 2009 auch in Psychologischer Behandlung.

    • hoheneck sagt:

      Liebe Sabine, danke für deinen Kommentar! Wir alle, die unschuldig eingesperrt waren und denen man kostbare Lebenszeit gestohlen hat, haben Narben, die uns ein Leben lang begleiten werden. Es tut mir leid, dass dich mein Video zum Weinen gebracht hat. Aber Auseinandersetzung und Aufarbeitung sind sehr wichtig, auch wenn es schwer fällt. Auch nach 20 Jahren vergeht für mich kaum ein Tag, an dem ich nicht an Hoheneck denken muss… Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute und viel Kraft – du bist nicht allein. Alles Liebe, Birgit

  3. Britta sagt:

    Mir geht es ähnlich wie Sabine. Habe mich jetzt nach bewusst längerer Zeit mal wieder mit dem Thema Hoheneck befaßt, mir Bilder und Video angesehen und schon kommen die Tränen und all die Erinnerung an die schrecklichste Zeit meines Lebens. Alle Bilder, alle Videos, alle zu Hoheneck geschriebenen Texte usw. können nicht die Empfindungen des Einzelnen, wie Geräusche, Gerüche,Eindrücke, die ganze seelische Qual jener Zeit wiedergeben. Dennoch gut, dass es noch heute in Zeiten, wo darum gefeilscht wird, ob die DDR nun ein Unrechtsstaat war oder nicht, eine Seite wie diese gibt, in die man sich gelegentlich einbringen kann.

    Birgit, ich wünsche Dir alles Gute und bewundere Dich für Dein unermüdliches Engagement.

    • hoheneck sagt:

      Hallo Britta, vielen lieben Dank für deinen freundlichen Kommentar. Ich habe mich darüber gefreut und wünsche dir ebenfalls alles Gute und viel Kraft bei der Aufarbeitung. Herzliche Grüße, Birgit

  4. Biene sagt:

    Ich finde deine Website einfach super toll. Respekt.
    Wäre es evtl. möglich mir das Video.“Eine Nacht im November“ zu schicken?
    Aus dem Frauenkreis weiß ich das wir zur gleichen Zeit in Hoheneck waren, aber ich habe bei ESDA gearbeitet, und kann mich auch leider nicht an dich erinnern.
    Ich danke dir, und wünsche dir und all den anderen
    alles erdenklich Gute.

    Biene

    • hoheneck sagt:

      Hallo Biene, danke für das Lob. 🙂 Auf welchem Kommando warst du – Esda II oder III? Stimmt, ich kenne auch hauptsächlich nur die Leute von Planet und dann waren wir ja auch bewusst voneinander getrennt, damit sich die Politischen nicht „zusammenrotten“. 😉 Ich werde mal schauen, was ich in Sachen Video machen kann. Schicke mir bitte deine Adresse per email an hoheneck@freenet.de. Dir auch alles Gute & liebe Grüße, Birgit

  5. Wolfgang Metze sagt:

    Sehr geehrte Damen und (Herren) !

    Ich bin 43 Jahre alt und wohne in Berlin. In der DDR groß geworden, hatte ich eigentlich nur Glück nicht in die Fänge der Stasi zu geraten. Ein Klassenkamerad wollte nämlich in den Westen und drängte , dass ich mitgehe. Das mich dies in große Gefahr hätte bringen können, erfuhr ich erst vor kurzem…

    Nämlich beim lesen einiger Bücher, die sich dem Thema Hoheneck widmen auf das ich vor einigen Monaten gestoßen bin.
    Seit dem lässt mich das Schicksal der Frauen, die dort inhaftiert waren nicht mehr los und ich suche ständig nach Material ( Bücher, Videos) die mir mehr und detaillierte Informationen geben.

    Als absolut härtestes Dokument empfinde ich die Spiegel Reportage aus dem Jahr 1990. Aufgrund der Aufnahmen, die die Reporter dort machen durften und die Tatsache, dass der Gefängnisbetrieb seinerzeit noch am Laufen war, konnte man tiefen Einblick hinter die dunklen Mauern bekommen.

    Kürzlich habe ich mich wieder auf den Weg nach Oberwiesenthal gemacht um dort meinem Hobby Skifahren nachzugehen.
    Während der Fahrt überredete ich einen Freund einen Umweg nach Stollberg zu machen um mir den Ort anzusehen, mit dem ich mich monatelang beschäftigt habe.

    Was mich dort an einem trüben Januartag erwartete, übertraf alle düsteren Erwartungen. Hoheneck ist der dunkelste Ort Deutschlands und nichts auch nur annähernd ist schlimmer.
    Ich war schon in einigen Gefängnissen und KZ um diese zu besichtigen, aber schon der äussere Eindruck schockte zutiefst.

    Wir stellten uns die Frage, wie man überhaupt an einem Ort wie Stolberg leben kann, mit dem Wissen um diese Burg, die über der Stadt liegt, wie ein grauer Schleier.
    Ein Besuch des Areals war sofort nicht möglich und zugegeben, wir wären auch an diesem Tag gar nicht in der Lage gewesen. Nichts desto trotz möchte ich dort einmal eine Besichtigung war nehmen.

    Ich kann natürlich als Aussenstehender NICHT nachempfinden, welche Qualen sie dort wirklich erleiden mussten, aber ich kann verstehen, dass es einigen von ihnen nicht mehr möglich ist ein geregeltes, sorgenfreies Leben zu geniessen.

    Aber ich hoffe, dass ich ein kleines Beispiel dafür bin, dass auch nicht betroffene sich mit ihrem Schicksal beschäftigen und nicht bereit sind so zu tun, als hätte es dies alles so nicht gegeben.

    Ich wünsche ihnen persönlich und allen anderen die sich hier als ehemalige Gefangene äussern alles erdenklich Gute!

    Wolfgang Metze

    Berlin

    • hoheneck sagt:

      Hallo Herr Metze,
      vielen Dank für Ihren freundlichen Kommentar & Ihr Interesse. Ich hoffe, Sie haben irgendwann Gelegenheit Hoheneck zu besichtigen. Vielleicht gibt es dann ja eine Gedenkstätte vor Ort… Freundliche Grüße nach Berlin

  6. hallo,schön diese Seite gefunden zu haben.Ich war in Hoheneck von 1981-1982 inhaftiert.Damals trug ich noch einen anderen Namen und kann bis heute keine Gruselgeschichten berichten.Es war sicher nicht der Himmel auf Erden für mich aber auch nicht die Hölle.Ich war damals 21 Jahre und hatte immer das Gefühl im falschen Knast zu sitzen denn mit Mörderinnen in einem Zimmer zu liegen und an einem Tisch zu sitzen war schon mehr als beklemmend.Eine Mörderin (sie tötete ihr Kind in der Waschmaschine)war sogar meine sogenannte Vorarbeiterin beim Bettwäsche nähen das fand ich schon ziemlich entsetzlich.Zwei Schließerinnen (Hannes und Wetzel) sind mir trotzdem in guter Erinnerung auch wenn man das nicht gerne hört war es für mich so.Ich denke,daß sich meine Geschichte von Hoheneck sehr deutlich von den meisten geschichten unterscheidet denn ich wollte das Gefängnis einfach nicht verlassen und das hatte einen ganz besonderen Grund.Ein halbes Jahr nach meiner Entlassung durfte ich noch einmal als Besucher nach Hoheneck und bin heute froh das ich noch einmal dort war.Mit meiner heutigen Frau die meine einzigartige Geschichte weis,habe ich in2008 oder2009 noch einmal das Gefängnis besucht und war entsetzt,das so ein Ort gruseliger wirkte als damals denn als Gedenkstätte sah es ziemlich runtergeloddert aus.Ich würde gern wissen wer in dieser Zeit ebenfalls inhaftiert war.Eine Frau Namens Monika Lefelmann(so hieß sie damals)

    würde ich gern wieder finden.

    Alles Gute,und ich freue mich auch einen Hauch von meinem Erlebten hier geschrieben zu haben.

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