Erstes Konzept für Hoheneck

6. September 2011

Erstmals haben sich Besitzer, Opferverein und Stadt auf eine gemeinsame Nutzungsvariante verständigt

Stollberg. Gut Ding will Weile haben, sagt der Volksmund. Wenn dies stimmt, dann wird die Zukunft für das Ex-Frauengefängnis Hohen-eck sehr gut. Denn zu lange konnten öffentliche Hand, Opferverbände und der Besitzer der Immobilie keinen Draht zueinander finden. Doch das ist nun anders. Ein erstes Konzept für die berühmteste leer stehende Immobilie der Region liegt vor. “Alle Beteiligten halten es für umsetzbar. Aber es ist nur ein Beginn, auch noch nicht finanziell untersetzt”, so Prokurist Jens Franz im Auftrag des saarländischen Schloss-Eigentümers Bernhard Freiberger.

Der Südflügel: Gedenkstätte

Nach seiner Aussage – und der anderer Entscheider – soll nicht mehr das gesamte Schlossareal eine Gedenkstätte sein. Dafür ist der Südflügel mit den Wasserzellen, die einst Bundespräsident Christian Wulff besuchte, vorgesehen. Regelmäßige Führungen sind geplant – aber auch eine Einbettung in ein museales Rahmenkonzept, welches die gesamte Historie des Schlosses für Interessierte zeigt. Der Kern dessen, so sind sich alle einig, soll aber die Zeit als DDR-Frauengefängnis sein. Der Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen soll zudem Räume im Eingangshaus erhalten, welches in den Hof führt. [...]

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Quelle: Jan Oechsner, Freie Presse, 6.9.2011


Abrisse geplant

21. Juli 2011

Stollberg plant Abrisse im Schlossareal

Einige Stadträte bringen Denkmalschutz zur Debatte

Stollberg. Der Stadtrat hat am Montag Geld zum Abriss einzelner Nebengebäude von Schloss Hoheneck bewilligt. Es handelt sich dabei beispielsweise um die alte Turnhalle, die ehemalige Wäscherei, die Kohlenanlage, das Heizhaus und andere abrissreife Nebengebäude auf dem Areal. Der geplante Abbruch ist Teil eines Stadtteilkonzeptes, welches für den gesamten Ortsteil Hoheneck möglichst bis Jahresende erstellt werden soll. [...]

Erst Mitte Mai diesen Jahres hatte Bundespräsident Christian Wulff das ehemalige DDR-Frauengefängnis besucht und dazu aufgerufen, die Erinnerung an die deutschen Unrechtsregime wachzuhalten. Im Vorfeld des Besuches von Wulff hatte der Direktor der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, die Rettung des ehemaligen Frauengefängnisses Hoheneck als Gedenkort gefordert. An keiner anderen Stelle hätten Frauen zu DDR-Zeiten so gelitten wie hier. Eine Möglichkeit wäre, dass frühere Gefängnis unter das Dach der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zu nehmen. Nach langen Querelen zwischen dem Besitzer der Immobilie und dem Frauenkreis ehemaliger Hoheneckerinnen hinsichtlich der Zukunft des Gebäudes hatten beide Seiten vor kurzem signalisiert, sich für eine gemeinsame Lösung stark zu machen.

Quelle: Jan Oechsner, FREIE PRESSE, 18. 07. 2011

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